Wolfgang Tillmans

Wolfgang Tillmans, Installationsansicht von Amazon Freight, Iquitos (2013), 36. Bienal de São Paulo. Foto: Natt Fejfar, Courtesy Fundação Bienal de São Paulo
Wolfgang Tillmans’ Fotografien besitzen eine ausgeprägte poetische Qualität, die das Vergängliche, das Persönliche und das Politische mit einer ungezwungenen Intimität einfängt. Seine großformatigen Drucke, kleineren Fotoabzüge, skulpturalen Objekte, Videos und Publikationsprojekte dokumentieren nicht nur, sie schaffen Räume der Intimität und Verbundenheit. Tillmans’ Kamera hebt alltägliche Momente und ihre Wirkungen hervor – ein Raum nach einer Party, der Blick aus einem Flugzeugfenster, gefaltete Papiere – und verwandelt sie in visuelle Poesie. Tillmans lotet fortwährend die technischen und künstlerischen Möglichkeiten der Fotografie aus. Dabei leitet ihn seine Neugier, ein einfühlsamer Blick auf seine Umgebung und die Nähe, die er zu den Porträtierten aufbaut. Ob Menschen, Landschaften oder Stillleben, seine Motive entziehen sich eindeutigen Zuschreibungen. Die Bilder suggerieren statt zu diktieren und lassen Raum für Mehrdeutigkeit, Interpretation und emotionale Resonanz. In Tillmans’ Blick verbinden sich die Unmittelbarkeit des Augenblicks und die subtilen Unterströmungen des modernen Lebens: zwischenmenschliche Nähe, Anerkennung, Mitgefühl, Verbundenheit und Solidarität zwischen individuellen Geschichten und gesellschaftlichen Erzählungen.
WERKE IN DER AUSSTELLUNG:
A Watching a Minute for a Minute (2025), 2-Kanal-Video-Installation, 25′; Inkjet-Drucke auf Papier und Metallklammern: Amazon Freight, Iquitos (2013), 138 × 207 cm; Congo Night (a) (2018), 138 × 207 cm; Rhein (1998), 203 × 138 cm; Mississippi River, Memphis (2016), 138 × 207 cm. Alle Courtesy Galerie Buchholz, Maureen Paley, London und David Zwirner, New York. Im Auftrag der Fundação Bienal de São Paulo für die 36. Bienal, Teilnahme in São Paulo mit Unterstützung des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen