Emeka Ogboh

Emeka Ogboh, Installationsansicht von The Way Earthly Things Are Going II (Mother Earth’s Lament) (2025), 36. Bienal de São Paulo. Foto: Levi Fanan, Courtesy Fundação Bienal de São Paulo
The Way Earthly Things Are Going II (Mother Earth’s Lament) ist eine Klang- und Objektinstallation, die die emotionale Ausdruckskraft volkstümlicher Rhapsodien mit datenbasierten zeitgenössischen Kompositionsstrukturen und einem multisensorischen Setting verbindet. Daraus entsteht ein immersives Erlebnis, das die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch und Umwelt reflektiert. Die Installation basiert auf Umweltforschung, mündlichen Überlieferungen sowie traditionellen Liedern der Klage und Verehrung von Natur. Diese Elemente verbinden sich neu zu einer zeitgenössischen Chorarbeit, die dem Leid der Erde und der Fragilität der fortschreitenden zerstörten Ökosysteme eine Stimme gibt. Die Textstruktur folgt der Tradition des Klagelieds: schlicht, direkt und emotional zugänglich. Während die Strophen den Schmerz der Erde in eindringlicher Bildsprache formulieren, bündelt der Refrain die kollektive Dimension der Trauer. Volkslieder fungieren als Träger des kulturellen Gedächtnisses und bewahren Erfahrungswissen von Gemeinschaften, die in enger Beziehung zum Land stehen. In The Way Earthly Things Are Going II werden diese Gesänge von einem zeitgenössischen Chor neu interpretiert und in skulpturale Relikte der Natur eingeschrieben – Baumstümpfe, die einst lebendige Resonanzkörper waren. Durch diese Setzung verbindet die Installation überliefertes Wissen mit gegenwärtiger ökologischer Dringlichkeit: Jeder Baumstumpf wird zu einem klingenden Körper, der sein eigenes Verschwinden mitverhandelt. Die Volksliedform wird zu einem Gefäß für planetarische Trauer – und vielleicht auch zu einem Weckruf, bevor die Stille Einzug hält.
WERK IN DER AUSSTELLUNG:
The Way Earthly Things Are Going II (Mother Earth’s Lament) (2025), Audio-Installation aus Lautsprechern in hölzernen Gehäusekästen, musikalische Komposition als Loop, olfaktorische Essenz, Teppich aus Naturfasern, Maße variabel. Im Auftrag der Fundacao Bienal de Sao Paulo fur die 36. Bienal, Teilnahme in Sao Paulo mit Unterstützung des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, Adaption in Berlin in Auftrag gegeben vom Haus der Kulturen der Welt (HKW)