barullo a la orilla
Las Nietas de Nonó
Film-Installation
Sa., 1.8.2026
12:00–23:00
Lydie Dooh Bunya Space
Eintritt frei
Su., 2.8.2026
11:00–23:00
Lydie Dooh Bunya Space
Eintritt frei
Auf Spanisch mit englischen Untertiteln, 7' 58", Loop

Las Nietas de Nonó, barullo a la orilla (2025), video performance, photo still. Courtesy of the artists, commissioned by the Hawai'i Triennial 2025: ALOHA NŌ
Die Video-Performance barullo a la orilla (2025) der Geschwister ulowayi iyaye nonó und mapenzi chibale nonó, bekannt als Las Nietas de Nonó, beschwört ein beständiges Verlangen nach Verbundenheit mit der Küste Puerto Ricos herauf – ein Sehnsuchtsort, der von Enteignung und Widerstand geprägt ist. Mithilfe von Mustern aus Kokospalmen und Fadenfiguren schaffen sie visuelle Dialoge, die die Verflechtungen des karibischen Archipels und die Spannungen zwischen überlieferten Bräuchen und ausbeuterischen Praktiken offenbaren. Der Schauplatz ihres Films ist die Reserva Natural de Humacao, ein Naturschutzgebiet an der Südostküste der Insel. Dieses Gebiet ist geprägt von dem 1986 begonnenen gemeinschaftlichen Kampf für den Erhalt der dortigen Pterocarpus-Wälder, Feuchtgebiete und Mangrovenökosysteme. Die vom Kolonialismus und Imperialismus gerissenen Wunden sind in dieser Region nach wie vor deutlich spürbar. Sie zeigen sich in den Überresten der Zuckerrohrindustrie der 1930er-Jahre, einer verlassenen Wasserpumpe und Militäranlagen aus den 1940er-Jahren, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs für die US-Armee errichtet wurden. Das Konzept der Solastalgie – der tiefen Traurigkeit und Verzweiflung angesichts von Umweltzerstörung – und das durch die Ausbeutung des Küstenstrichs verursachte heftige Leid motivierten Las Nietas de Nonó dazu, über ein Bewusstsein für den Ort nachzudenken, das individuell und kollektiv geprägt ist. Mit einer Choreografie aus Bewegungen, Ritualen und Webtechniken schlägt das Duo einen spekulativen und kontemplativen Ansatz vor, der sich sowohl mit dem Verfall als auch dem Reichtum dieses Gebiets auseinandersetzt, und unternimmt auf diese Weise eine Wiederaneignung der Kartografie als Indigene Praxis.