Di, 15. Mai 2012

Der Preis des Geldes

Christina von Braun

Der Preis des Geldes

Der Preis des Geldes

Podiumsgespräch mit der Autorin Christina von Braun und dem Soziologen und Geldexperten Dr. Aldo Haesler. Moderation: Elke Schmitter (Der Spiegel)

Geld – es bestimmt über unser Leben, sogar über unsere Art zu fühlen, und ist heute, im Zeitalter virtueller Zahlungsmittel, nur noch ein abstraktes Zeichen. Trotz seiner Unsichtbarkeit ist es in der Lage, seine eigene Realität zu erschaffen und Einfluss auf das menschliche Denken und die Psyche zu nehmen. Geld ist ein letztes Band, das uns aneinander bindet, unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Es verbündet sich mit Religionen und zerstört oder belebt Gemeinschaften. In der brillanten Analyse der Geschichte des Geldes stellt Christina von Braun die Frage in den Mittelpunkt, warum wir an ein System glauben, das auf dem Nichts basiert und dennoch – oder gerade deshalb – ganze Staatswirtschaften ins Wanken bringen kann.


Christina von Braun, geboren 1944 in Rom, lebte bis 1981 als freie Autorin in New York und Paris. Sie drehte etwa 50 Filmdokumentationen und Fernsehspiele und verfasste zahlreiche Bücher und Aufsätze zu kulturgeschichtlichen Themen. Seit 1994 Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Veröffentlichungen u. a.: „Stille Post. Eine andere Familiengeschichte“, 2007. Bei Aufbau erschienen 2007 „Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen“ (zus. mit Bettina Mathes) und 2009 „Nicht ich. Logik Lüge Libido“.


Aldo Haesler, geboren 1954, Studium der Ökonomie, Soziologie und Philosophie in St. Gallen (HSG) und Strassburg. Schüler von Hans-Chrstoph Binswanger und Alfred Sohn-Rethel. Promotion HSG 1983. Habilitationen 1991 und 2001 (Anthropologie und Soziologie). Professuren in Montreal, Lausanne und Istanbul. Derzeit Ordinarius für Soziologie (Sozialphilosophie) in Caen. Arbeitsgebiete: Theorie des sozialen Wandels, soziologische Tausch- und Geldtheorie, Geschichte der deutschen Soziologie während der Weimarer Republik. Ausgewählte Bücher: Tausch und gesellschaftliche Entwicklung (St. Gallen 1984), Emmanuel Lévinas – un essai de reconstruction (Montreal 1991), Sociologie de l’argent et postmodernité (Paris & Genf 1995), Das letzte Tabu, Bd. I (Frauenfeld, Wien, Stuttgart 2011), Bd. II (im Erscheinen).


Elke Schmitter, geboren 1961, ist eine deutsche Journalistin und Schriftstellerin. Sie studierte Philosophie an der Universität München. Danach war sie als Journalistin tätig. Von 1992 bis 1994 war sie Chefredakteurin der Berliner Tageszeitung und arbeitete anschließend als freie Mitarbeiterin bei der Zeit und der Süddeutschen Zeitung. Seit 2001 gehört sie der Redaktion des Spiegel an. Zu ihren Veröffentlichungen zählen u.a. die Romane Frau Sartoris (2000) und Leichte Verfehlungen (2002). 2005 brachte sie den Gedichtband Kein Spaniel heraus und im Jahr darauf Veras Tochter, eine postmoderne Fortsetzung von Frau Sartoris. Elke Schmitter erhielt 2000 den Niederrheinischen Literaturpreis sowie 2001 ein Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds.