Vorträge, Szenische Lesungen, Theater

Grenzgängerinnen: Frauen / Bilder der Amerikas in Bewegung

Do 14.10.2010
18.30h
Tageskarte 13 € / erm. 10 €
Filizid. Monolog einer Kindsmörderin, Foto: Susanne Kneisel

Seit der Eroberung der "latein"amerikanischen Gebiete haben sich Bilder etabliert, die den Kontinent als weiblich und somit verfügbar darstellen und bis heute eine europäische „Coloniality of Gender“ fortschreiben. Dabei zeigt insbesondere die darstellende Kunst aus Lateinamerika, dass Geschlechterverhältnisse dort vielfältiger und kontroverser verhandelt werden. Theaterstücke und Vorträge geben einen Einblick in die Geschlechterbilder in und von den Ländern Lateinamerikas.

Tag 1 | Grenzgängerinnen Tag 2

18.30 h Vortrag
Anna Straube: „Undeutliche Tiere und queeres Begehren im Neuen Argentinischen Kino“

Am Beispiel des jungen lateinamerikanischen Films erörtert Anna Straube den Zusammenhang von Geschlechter/Bildern und Kolonialität, von kolonialer Repräsentationsmacht und deren künstlerischer Unterwanderung.

Anschließend: Diskussion

19.30 h Theater
„Filizid. Monolog einer Kindsmörderin“ , R: Susann Neuenfeldt

Eine Brandenburger Medea räumt mit dem Image der Fremdheit und Andersartigkeit auf, das ostdeutschen Frauen in der Vorstellung vieler Westdeutscher anhaftet und dekonstruiert nebenbei den Mythos von der deutschen Mutter – „Ich bin nicht Euer Ende, sucht Euch selber eins!“

Anschließend: Diskussion mit Luciana Mastromauro (Madres de la Plaze de Mayo, Argentinien) und María Galindo (Mujeres Creando, Bolivien / Künstlerin der Ausstellung „Das Potosí-Prinzip“) zu Feministischem Aktivismus in den Amerikas

21.30 h Theater
„Mis muy privados festivales mesíanicos“ (Kaspar Häuser Meer), Textos Que Migran Comany, R: Percy Jiménez, OmU

Das Stück der deutschen Autorin Felicia Zeller, inszeniert von dem bolivianischen Regisseur Percy Jimenez, thematisiert todernst und heiter zugleich den Alltag dreier Sozialarbeiterinnen. Zwischen Ironie und Sarkasmus bewegen sie sich täglich am Rand des Scheiterns, zwischen dem Anspruch helfen zu wollen und der Unmöglichkeit, allen helfen zu können. Das Stück beleuchtet die Gemeinsamkeiten geschlechtlicher Erfahrung im Angesicht von kulturellen Normen, sozialer Not und prekären Verhältnissen.

Anschließend: Performance mit Amelia Bande & Diskussion

Gefördert im Rahmen des Ideenwettbewerbs Lateinamerika der Bundeszentrale für politische Bildung. Mit Unterstützung des Goethe-Institus Buenos Aires und Pro Teatro Argentinien

Tag 1 | Grenzgängerinnen Tag 2