Fr, 08. Mai 2020 und Sa, 09. Mai 2020

Diversity Affects | Troubling Institutions

© Joana Katte und Torsten Köchlin

© Joana Katte und Torsten Köchlin

Kann Diversität etablierte Institutionen aufrütteln? „Steigerung von Diversität“ ist heute ein Schlagwort des institutionellen Wandels. Aktivist*innen, migrantische Gruppen, Be_hindertenverbände aber auch Politiker*innen sowie Mitarbeitende von Institutionen selbst drängen darauf, Vielfalt in den Strukturen von Ämtern, Bildungseinrichtungen, im Gesundheitswesen oder im Kulturbereich zu berücksichtigen. Gleichzeitig beklagen Kritiker*innen, dass Diversität vor allem zu einer neoliberalen Management- und Marketingstrategie geworden ist, die soziale Ungleichheiten weder explizit anerkennt noch sie überwindet.

Rund 40 Referent*innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften untersuchen Prozesse der Diversifizierung von Institutionen und betrachten ihre affektiven Auswirkungen: Welche Reaktionen und Emotionen rufen diese Prozesse hervor? Was bedeutet es für Journalist*innen in Newsrooms oder Angestellte in Universitäten, wenn Institutionen (nicht) vielfältiger werden – was für Museumsbesucher*innen oder das Personal in Krankenhäusern? Wie lassen sich inklusive Praktiken institutionalisieren, ohne Menschen auf Merkmale zu reduzieren? Wie erleben Betroffene den Prozess ihrer „Inklusion“ – wie dessen Scheitern?

In ihrer Keynote zeigt die feministische Theoretikerin Sara Ahmed, wie das Sich-Beschweren zu einer Arbeit für die Diversität werden kann – einer Arbeit, die jene leisten, die nicht die Norm einer Institution verkörpern.

Die Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs 1171 Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten der Freien Universität Berlin wird organisiert von Hansjörg Dilger, Juliane Gorke, Omar Kasmani, Dominik Mattes, Hans Roth, Matthias Warstat, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

In Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich Affective Societies der Freien Universität Berlin und dem Schwulen Museum, Berlin