Do, 16. April 2020

The General’s Stork

Von Heba Y. Amin

Lord Allenby in Kairo

Lord Allenby in Kairo

Im Jahr 2013 nahmen die ägyptischen Behörden einen Storch fest. Ein an seinem Rücken befestigtes elektronisches Gerät schien verdächtig. Er wurde kurzerhand der Spionage beschuldigt. Unter anderem dieser Vorfall inspirierte Heba Y. Amin zu ihrer fortlaufenden Chronik The General’s Stork. Vor dem Hintergrund biblischer Prophezeiungen, Drohnenkrieg und Kolonialerzählungen untersucht sie die Politik der Luftüberwachung aus der Vogelperspektive.

In ihrem Projekt, das zunehmend vom Apparat des militärisch-industriellen Komplexes bestimmt wird, zeigt sie auf, wie Kriegsführung heute weitgehend durch digitale Mittel definiert ist. In ihrer Lecture-Performance blickt Heba Y. Amin auf die Entwicklung militärischer Techniken im Kontext der Geografien des Nahen Ostens. So untersucht sie den gegenwärtigen Zustand der Paranoia, der dazu führte, dass einem Zugvogel Spionage vorgeworfen wurde und wie die Eroberung aus dem Himmel – durch Landvermessung, Kartierung, Bombenangriffe und Drohnen-Technologien – dazu geführt hat, dass westliche Macht sich immer mehr in einem hochtechnisierten Waffenspektakel äußert.

Anlässlich der Lecture-Performance präsentieren Heba Y. Amin und Anthony Downey eine begleitende Publikation mit einer Übersicht über die Forschungsergebnisse des Projekts. The General's Stork (Sternberg Press, 2020) ist der zweite Band der neuen Serie Research/Practice, herausgegeben von Anthony Downey, der im Anschluss an die Lecture-Performance mit dem Publikum und der Künstlerin eine Diskussion führt.