So, 06. April 2014

Wenn Gräber reden

Markus A. Rothschild im Gespräch mit Wolfgang Kaleck.

Der Rechtsmediziner Markus A. Rothschild im Gespräch mit Wolfgang Kaleck.

Wolfgang Kaleck ist Fachanwalt für europäisches und internationales Strafrecht und Menschenrechte und Generalsekretär des ECCHR


Wolfgang Kaleck, Fachanwalt für europäisches und internationales Strafrecht und Menschenrechte, gründete 2007 die juristische Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights, deren Generalsekretär er ist, gemeinsam mit anderen international tätigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Das in Berlin ansässige ECCHR betreibt und unterstützt europaweit eine Vielzahl von Verfahren gegen staatliche und nicht-staatliche Akteure wegen Vergehen gegen das Völkerrecht. Im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte setzt es rechtliche Mittel gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen ein. Schon seit 1998 streitet Wolfgang Kaleck gemeinsam mit der Koalition gegen Straflosigkeit dafür, die Mitglieder der ehemaligen Militärjunta in Argentinien für die Ermordung und das Verschwinden von Deutschen während der Diktatur zur Verantwortung zu ziehen. Gemeinsam mit dem New Yorker Center for Constitutional Rights (CCR) hat er von 2004 bis 2008 Strafverfahren gegen US-Militärs, u. a. den US-Verteidigungsminister Rumsfeld, geführt. Wolfgang Kaleck ist Mitglied des Beirates am Zentrum für Europäische Rechtspolitik an der Universität Bremen (ZERP) und des Forum for International and Criminal and Humanitarian Law (FICHL). Zwei seiner Bücher sind kürzlich im Verlag Klaus Wagenbach auf Deutsch erschienen: „Mit zweierlei Maß. Der Westen und das Völkerstrafrecht“ (2012) und „Kampf gegen die Straflosigkeit. Argentiniens Militärs vor Gericht“ (2010). Seit Kurzem ist Wolfgang Kaleck der deutsche Rechtsberater von Edward Snowden.


Markus Rothschild (*1962 in Berlin) leitet das Institut für Rechtsmedizin der Universität Köln. Er studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, in Hong Kong und Nord-Borneo. Seit 1998 war er im Auftrag des UN-Kriegsverbrechertribunals wiederholt in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo tätig, um Massengräber zu untersuchen. Für sein Engagement und seine Studien erhielt er 2000 den Preis der Konrad Händel-Stiftung zur Förderung der rechtsmedizinischen Wissenschaften.