Kurator*innen und Beitragende

The Readymade Century
Kuratiert von Dieter Daniels in Zusammenarbeit mit Annette Bhagwati

Dieter Daniels ist Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) und derzeit Gutenberg Fellow am Gutenberg Forschungskolleg Mainz. Als Kunstwissenschaftler, Medientheoretiker und Ausstellungskurator hat er zahlreiche Publikationen zu den Themenschwerpunkten Mediengeschichte, Medienkunst sowie der Relation von Kunst und Musik veröffentlicht. Er ist Autor und Herausgeber von Monografien zu George Brecht, John Cage, zwei Büchern zu Marcel Duchamp und der Rezeptionsgeschichte des Readymades. Publikationen sind u. a.: The Readymade Century (mit Olaf Nicolai, 2017). Duchamp und die anderen: Der Modellfall einer künstlerischen Wirkungsgeschichte in der Moderne (1992) und Übrigens sterben immer die anderen: Marcel Duchamp und die Avantgarde seit 1950 (1988).

Annette Bhagwati ist Projektleiterin am Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin. Zu den jüngsten Projekten zählen Das Neue Alphabet (2017–21), 100 Jahre Gegenwart (2015–18), Wohnungsfrage (2015) und Das Anthropozän-Projekt (2013–14). Nach ihrem Studium der Ethnologie, Kunstgeschichte und afrikanischen Kunst war sie Programmkoordinatorin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Bildende Kunst am HKW. 2009–2012 lehrte sie als Affiliate Professor am Department of Art History der Concordia University, Montreal. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Fragen des transkulturellen Kuratierens, Museums- und Ausstellungsgeschichte, Globalkunst und afrikanische Kunst.

Saâdane Afif lebt und arbeitet als Künstler in Berlin. Sein Werk, das sich als „postkonzeptuell“ bezeichnen lässt, setzt den Akzent auf Interpretation, Austausch und Zirkulation. Er arbeitet mit Performance, Objekten, Texten und Drucksachen, dabei sind die Werke einem ständigen Wandel unterworfen. Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählen The Fountain Archives, Nouveau Musée National de Monaco und Centre Pompidou, Paris (2017), und Vice de Forme: Das Kabarett, Hamburger Bahnhof, Berlin (2016). Seine Arbeiten waren außerdem auf der Documenta 12 (2007) und der 56. Venedig Biennale (2015) zu sehen. 2009 erhielt er den Prix Marcel Duchamp.

Inke Arns, Kuratorin und Autorin mit den Schwerpunkten Medienkunst und -theorie, Netzkulturen und Osteuropa, ist Direktorin des Hartware MedienKunstVerein (HMKV) in Dortmund. Nach einem Studium der Slawistik, Osteuropastudien, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte wurde sie 2004 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert mit einer Dissertation, die sich mit der Rezeption der historischen Avantgarde und des Utopie-Begriffs in (medien-)künstlerischen Projekten befasste. Zu Ihren Publikationen zählen Objects in the mirror may be closer than they appear! Die Avantgarde im Rückspiegel (2004) und Netzkulturen (2002).

Kader Attia hat eine künstlerische Praxis entwickelt, welche die Ästhetik und die Ethik verschiedener Kulturen zueinander in Beziehung setzt. Seine Arbeit konzentriert sich auf das Konzept der „Reparatur“, einer Konstante innerhalb der Menschheit, von der die westliche Geistesgeschichte seit der Moderne und das traditionelle nicht-westliche Denken schon immer gegensätzliche Auffassungen vertreten haben. Sein Werk ist aktuell zu sehen u. a. auf der 57. Venedig Biennale, im Museum of Contemporary Art, Sydney, und SMAK, Gent. Zu früheren Ausstellungen zählen Contre Nature, Beirut Art Center (2014), Continuum of Repair: The Light of Jacob’s Ladder, Whitechapel Gallery, London (2013), und dOCUMENTA(13) (2012), Kassel.

Lars Blunck ist Professor für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg; zuvor war er als Gastprofessor (2008–13) und wissenschaftlicher Assistent (2002–08) an der Technischen Universität Berlin tätig; 2005 erhielt er den Deubner-Preis für aktuelle kunsthistorische Forschung, 2007 wurde er mit der Habilitationsschrift Dimensionen des Sehens. Studien zu Marcel Duchamps Präzisionsoptik habilitiert. Zu seinen zahlreiche Publikationen zur modernen und zeitgenössischen Kunst zählen Duchamps Readymade (2017) und Marcel Duchamp: Porte-bouteilles (2014).

Martha Buskirk ist Professorin für Kunstgeschichte und Kunstkritik am Montserrat College of Art, Beverly, Massachusetts. Sie ist Autorin von Creative Enterprise: Contemporary Art between Museum and Marketplace (2012) und The Contingent Object of Contemporary Art (2003) sowie Mitherausgeberin von The Duchamp Effect (mit Mignon Nixon, 1996) und The Destruction of Tilted Arc: Documents (mit Clara Weyergraf-Serra, 1990). Zudem hat sie zahlreiche Artikel verfasst, die u. a. in Artforum, October und Art in America erschienen sind. Derzeit befasst sie sich mit der Beziehung von künstlerischer Urheberschaft und gesetzlichen Definitionen von geistigem Eigentum.

Simon Denny arbeitet im Bereich Installation, Skulptur und Video. Er hat an der Elam School of Fine Arts an der University of Auckland, Neuseeland, und der Städelschule, Frankfurt am Main studiert. Einzelausstellungen seiner Arbeiten waren u. a. zu sehen in OCAT, Shenzhen (2017), Serpentine Galleries, London (2015) und MoMA PS1, New York (2015). Gruppenausstellungen mit seiner Beteiligung waren u. a. die 9. Berlin Biennale (2016), Hack Space, K11 Art Foundation, Hong Kong (2016) und Politischer Populismus, Kunsthalle Wien (2015). Bei der 56. Venedig Biennale (2015) repräsentierte er Neuseeland.

Sebastian Egenhofer ist Professor für Neueste Kunstgeschichte an der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte sind Abstraktion der klassischen Moderne, subjektivitätstheoretische Implikationen neuzeitlicher Bildsysteme sowie Eindringen von Schrift und Schriftlichkeit in die visuelle Kunst der Moderne. Zu seinen Publikationen zählen „Dispositive der Formgenese. Zwischen Perspektive und Abstraktion“, in: Markus Klammer u. a. (Hg.): Formbegriff und Formbildung. Das Formdenken der Moderne (im Erscheinen) und Abstraktion – Kapitalismus – Subjektivität. Die Wahrheitsfunktion des Werks in der Moderne (2008).

FAMED wurde 2003 gegründet. Neben Arbeiten im öffentlichen Raum waren die Werke der Gruppe in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Zu ihren Einzelausstellungen zählen Avantgarde & Desaster (Kunstverein Braunschweig), Revolte, ASPN Leipzig (2017), I’m Just Here to Say “Hello”, Center of Contemporary Art, Andratx (2016), Privileg der Umstände, Gabriele Senn Galerie, Wien (2015), Vor den Dingen, nach dem Affekt, Kunstmuseum St. Gallen (2011), und Exil des Möglichen, Museum der bildenden Künste Leipzig (2010).

Thomas Girst war als Forschungsleiter des Art Science Research Library, NY, von 1999 bis 2003 Herausgeber von Tout-Fait: The Marcel Duchamp Studies Online Journal (Nr. 1–5). Seit 2003 ist er globaler Leiter des Kulturengagements der BMW Group, 2016 wurde er als „Europäischer Kulturmanager des Jahres“ ausgezeichnet. Zu seinen Publikationen zählen das in zahlreiche Sprachen übersetzte The Duchamp Dictionary (2014) sowie The Indefinite Duchamp (2013), Marcel Duchamp in Munich 1912 (2012) und Aftershock: The Legacy oft he Readymade in Post-War and Contemporary American Art (2003).

Isabelle Graw gründete 1990 gemeinsam mit Stefan Germer die Zeitschrift Texte zur Kunst in Köln, deren Herausgeberin und Redakteurin sie seither ist. Sie lehrt Kunsttheorie und Kunstgeschichte an der Staatlichen Schule für bildende Künste (Städelschule), Frankfurt am Main. Zu ihren Publikationen zählen Die Liebe zur Malerei. Genealogie einer Sonderstellung (2017), Über Malerei (mit Peter Geimer, 2012), Art and Subjecthood, The Return of the Human Figure in Semiocapitalism (mit Daniel Birnbaum, 2011) und The Power of Judgment. A Debate on Aesthetic Critique (mit Daniel Birnbaum, 2010).

Katja Kwastek ist Professorin für Moderne und Zeitgenössische Kunst an der Vrije Universiteit Amsterdam. 2012 vertrat sie den Lehrstuhl für Kunst und Neue Medien am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Aktuelle Forschungsschwerpunkte betreffen prozess- und rezeptionsästhetische Fragestellungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst, digitale und post-digitale Kunst, Fragen der Medientheorie und Medienästhetik sowie der environmental und digital humanities. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Aesthetics of Interaction in Digital Art (2013) und Computer, Kunst und Kunstgeschichte (mit Hubertus Kohle, 2003).

Oliver Laric lebt und arbeitet als Künstler in Berlin. Er hat an der Universität für angewandte Kunst Wien studiert. Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählen Oliver Laric, Tramway, Glasgow (2017), Photoplastik, Secession, Wien (2016), TF, Kaikai Kiki Gallery, Tokyo (2015), Oliver Laric, Tanya Leighton, Berlin (2014) und Black Box: Oliver Laric, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington (2104). Geplant sind Ausstellungen u. a. in der Kunsthalle Winterthur, Schweiz (2017), S.M.A.K, Ghent, Belgien (2018), und im Saint Louis Art Museum (2019).

Sven Lütticken unterrichtet Kunstgeschichte an der Vrije Universiteit, Amsterdam und Theorie am Dutch Art Institute (DAI) in Arnhem. Er studierte an der Vrije Universiteit und der Freien Universität Berlin. Er publiziert regelmäßig in Zeitschriften und Magazinen wie New Left Review, Texte fur Kunst, e-flux journal, Grey Room oder Afterall und beteiligt sich an Katalogen und Ausstellungen als Autor und Gastkurator. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Cultural Revolution: Aesthetic Practice after Autonomy (2017), History in Motion: Time in the Age of the Moving Image (2013) und Secret Publicity: Essays on Contemporary Art (2006).

Benjamin Meyer-Krahmer hat die Professur für „Kulturen des Kuratorischen“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig inne, wo er zudem Bildwissenschaft und Kunstgeschichte am Institut für Theorie unterrichtet. Seine Veröffentlichungen umfassen eine Monografie über den Künstler Dieter Roth (2007) sowie Herausgeberschaften und Texte zu Fragen künstlerischer wie kuratorischer Praxis. Zusammen mit dem Künstler Willem de Rooij realisierte er das Projekt Intolerance (Neue Nationalgalerie Berlin, 2010/11), mit dem Künstler Clemens von Wedemeyer kuratierte er die Ausstellung fremd (Grassi Museum für Völkerkunde Leipzig, 2016). 

Olaf Nicolai entwickelt interdisziplinäre Projekte, die die elementaren Erfahrungen von Raum, Zeit und Körperlichkeit thematisieren. Für seinen Beitrag zur documenta14, In the woods there is a bird. (2017) erhielt er den Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst. 2015 war sein Projekt GIRO als Beitrag des Deutschen Pavillion zur Venedig Biennale eingeladen. 2013 war Escalier du Chant, im Musée du Louvre, Paris zu sehen. Seit 2011 ist er als Professor für Bildhauerei und Grundlagen des dreidimensionalen Gestaltens an der Akademie der Bildenden Künste, München, tätig.

Margareta von Oswald ist Doktorandin der Anthropologie am Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage, Humboldt-Universität zu Berlin, und an der École des Hautes Études, Paris. In ihrer Analyse der Umstrukturierungsprozesse zweier Museen (Ethnologisches Museum im Humboldt Forum, Berlin; Royal Museum of Central Africa, Tervuren/Belgien) befasst sie sich mit zeitgenössischen Verhandlungen von umstrittenem kolonialem Erbe. 2015 kuratierte sie mit Verena Rodatus die Ausstellung Object Biographies, Humboldt Lab Dahlem, Berlin.

Matthew Plummer Fernandez, britisch-kolumbianischer Künstler, arbeitet im Bereich Skulptur, Software, Online-Intervention und Installation. Dabei produziert und reflektiert er zeitgenössische sozio-technische Verwicklungen und das skurrile Unbehagen, das sie hervorrufen. Derzeit arbeitet er am Goldsmiths, University of London an seiner Dissertation und betreibt den Blog Algopop über Algorithmen im Alltag. Seine Arbeiten wurden u. a. in Ausstellungen im iMal, Brüssel (mit JODI, 2016) und in der Galerie NOME, Berlin (2015) gezeigt. Aufträge erhielt er vom Centre Pompidou, Paris, V&A, London, und AND Festival, Manchester.

Annette Tietenberg ist Professorin für Kunstwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Von 1996 bis 2001 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität der Künste Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Authentifizierungsstrategien, Rezeptionsästhetik, Kunst und Design im Weltraumzeitalter sowie interkulturelle Transfers von Muster und Ornament. Sie ist Herausgeberin von Muster im Transfer. Ein Modell transkultureller Verflechtung? (2015) und Die Ausstellungskopie. Mediales Konstrukt, materielle Rekonstruktion, historische Dekonstruktion (2015).

Gesine Tosin, Kunsthistorikerin, betreute von 2009 bis 2014 die Berliner Sammlung Onnasch und kuratierte Ausstellungen der Sammlung in internationalen Museen. Von 2007 bis 2009 war sie für den Aufbau der Sammlung des Museion, Bozen zuständig. In der Schriftenreihe Lectures Maison Rouge veröffentlichte sie unter anderem 2009 als Co-Autorin Le Grand Déchiffreur. Richard Hamilton sur Marcel Duchamp, eine Auswahl von Briefen, Texten und Interviews. Seit 2016 betreut sie Saâdane Afifs Fountain Archives (thefountainarchives.com) und co-kuratiert eine Reihe von Ausstellungen des Projekts in verschiedenen Museen.

Tobias Vogt ist Vertretungsprofessor für moderne und zeitgenössische Kunst an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Verhältnis von Bild und Text sowie von Waren und Werken seit 1800, Kunstgeschichtsschreibungen und die Authentifizierung von Kunst durch Verträge und Zertifikate. Er ist Mitherausgeber des Handbuchs Kunst ⇔ Begriffe der Gegenwart. Von Allegorie bis Zip (2013). Seine Habilitationsschrift Artikel der Kunst. Alltagsobjekt und Wortspiel in den Pariser Bildkünsten des 19. Jahrhunderts wird 2018 erscheinen.