Der Salon Nardal, Re-enactments und Re-enchantments
Pressemitteilung, 19.10.2026
Der Salon Nardal,
Re-enactments und Re-enchantments
Vorträge, Gespräche, performative und poetische Gesten, Film-Screening, DJ-Set
28. & 29. November 2026
Mit Der Salon Nardal, Re-enactments und Re-enchantments lässt das Haus der Kulturen der Welt (HKW) am 28. und 29. November 2026 den Pariser Salon der Schwestern Paulette und Jeanne Nardal neu aufleben. In Erinnerung an die Pionierinnen der Négritude-Bewegung fragt das Projekt, was wir 100 Jahre später von ihrer Praxis lernen können. Ein Programm aus Literatur, Poesie, Tanz, Performance und Musik verbindet historische mit zeitgenössischen Formen des Salons und erkundet Orte des Austauschs, der Solidarität und der Zukunftsgestaltung.
Was entsteht, wenn wir zusammenkommen? In den 1920er und 30er Jahren schufen Paulette Nardal und ihre Schwester Jeanne einen der einflussreichsten Treffpunkte der Zwischenkriegszeit für Schwarze Intellektuelle. Ihr Salon Nardal war eine Brutstätte für Ideen, Debatten und kulturellen Austausch. Durch organisierte Zusammenkünfte mit Autor*innen, Pädagog*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen wie Suzanne und Aimé Césaire, Léon-Gontran Damas, Suzanne Lacascade, René Maran, Léopold Senghor und vielen anderen trugen die Nardal-Schwestern maßgeblich dazu bei, Paris als intellektuelles Zentrum der Schwarzen Welt zu etablieren. Während jedoch männliche Vertreter wie Césaire und Senghor als Begründer der Négritude Bekanntheit erlangten, blieb die Bedeutung der Nardal-Schwestern für die Entstehung der Bewegung lange Zeit weitgehend unbeachtet.
Der Salon Nardal, Re-enactments und Re-enchantments lässt den Salon als Ort der Präsenz, des kollektiven Denkens und der politischen Vorstellungskraft wiederaufleben. Ausgehend vom Wirken der Nardal-Schwestern betrachtet das Projekt den Salon als lebendige Praxis. In einer Zeit zunehmender Ablehnung des Pluralismus und schwindender Freiräume für Dissens gewinnt die Frage nach dem Salon als Infrastruktur des kollektiven Denkens neue Dringlichkeit. Gemeinsam mit anderen diasporischen Versammlungsorten in Abidjan, Berlin, Dakar, Douala, Fort-de-France und Paris fragt das Projekt, wie gemeinschaftliche Orte der Selbstbestimmung und der Zuflucht geschaffen und langfristig erhalten werden können.
Mit: Jumoke Adeyanju, Lisa Anderson, Archive Books, Maisha-Maureen Auma, Vincent Bababoutilabo, Hemley Boum, Miriam Siré Camara, Edwige Dro, Brent Hayes Edwards, Simone Lagrand, Léa Mormin-Chauvac, Amandine Nana, Bisrat Negassi, Mame-Fatou Niang, Pascale Obolo, Élodie Paul, Ròt-Bò-Krik, Tracy Denean Sharpley-Whiting, Eric Otieno Sumba, Sónia Vaz Borges und anderen
Für Interviewanfragen und Akkreditierungen wenden Sie sich bitte an presse@hkw.de.
Pressefotos: hkw.de/pressefotos
Weitere Informationen: hkw.de/SalonNardal
Programm
Eintritt frei
Der Salon Nardal,
Re-enactments und Re-enchantments
Vorträge, Gespräche, performative und poetische Gesten, Film-Screening, DJ-Set
28. & 29. November 2026
Sa., 28.11.
12:00–00:00
Bibliothek von Archive Books, Edwige Dro und Ròt-Bò-Krik
Installation
12:00–00:00
Installation
16:00
Simone Lagrand
Performative Geste
Auf Französisch, Kreolisch und Englisch
16:30
Les Sœurs Nardal: Die unsinkbaren Geister der Négritude
Tracy Denean Sharpley-Whiting, Mame Fatou Niang und Hemley Boum, moderiert von Edwige Dro
Keynotes, Gespräche
Auf Französisch und Englisch mit Simultanübersetzung ins Englische, Französische und Deutsche
Live-Untertitelung auf Englisch
19:30
Der schimmernde Klang des mondbeschienenen Meeres
Élodie Paul
Performative Geste
Auf Guadeloupe-Kreolisch, Französisch und Englisch
20:30
Black and Beautiful: Die ästhetische Politik der Négritude der Nardal-Schwestern
Amandine Nana
Poetische Geste
Auf Französisch und Englisch
21:00
Der Salon als Refugium und kollektiver Ort der Befreiung
Bisrat Negassi, Lisa Anderson, Jumoke Adeyanju, moderiert von Miriam Siré Camara
Gespräch
Auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Französische und Deutsche
Live-Untertitelung auf Englisch
23:00
Le Salon des Écoutes Réparatrices (Ein Salon für reparatorische Vibrationen)
Pascale Obolo
Klangperformance
Auf Französisch und Englisch
So., 29.11.
12:00–19:30
Bibliothek von Archive Books, Edwige Dro und Ròt-Bò-Krik
Installation
12:00–19:30
Installation
15:00
Les Sœurs Nardal, les oubliées de la Négritude
Filmvorführung, gefolgt von einem Gespräch mit Léa Mormin-Chauvac, moderiert von Amandine Nana
Gespräch auf Französisch mit Simultanübersetzung ins Englische, Deutsche und Französische
Live-Untertitelung auf Englisch
17:00
Springender Tiger: Paulette Nardal
Vincent Bababoutilabo
Poetische Geste
Auf Englisch, Französisch und Deutsch
17:30
Brent Hayes Edwards
Keynote, gefolgt von einem Gespräch mit Brent Hayes Edwards, Maisha-Maureen Auma und Sónia Vaz Borges, moderiert von Eric Otieno Sumba
Auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Französische und Deutsche
Live-Untertitelung auf Englisch
Barrierefreiheit
Simultanübersetzung ins Englische, Französische und Deutsche. Live-Untertitelung auf Englisch. Ausgenommen sind Performances.
Für Rollstuhlfahrer*innen zugänglich.
Partner
Der Salon Nardal, Re-enactments und Re-enchantments wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.