Als Künstlerin und Forscherin nimmt Kathleen Bomani die Wechselbeziehung zwischen Vernichtung und Erinnerung im Kontext der anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus in den Fokus. 2015 lancierte Bomani World War I in Africa, eine Graswurzelinitiative, die sich gegen die Ausblendung der Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg einsetzte. In Fortsetzung dieses Forschungsinteresses vermeidet The Fire Last Time (2026) eine simple Nacherzählung der Geschichte des Krieges. Stattdessen entwickelt Bomani hier eine konzeptionelle und sensorische Landkarte, die menschliche und nichtmenschliche Zeug*innen zusammenbringt: Landschaften, Pflanzen, Infrastrukturen und mündlich überlieferte Geschichten, die eher Ausdauer als Held*innentum, eher Überleben als Eroberung in den Vordergrund stellen. Auf diese Weise stellt The Fire Last Time den Ersten Weltkrieg nicht als isolierten europäischen Konflikt dar, sondern als Teil eines Kontinuums kolonialer Gewalt, dessen Auswirkungen die Gegenwart weiterhin prägen.

In Auftrag gegeben vom Haus der Kulturen der Welt (HKW), produziert von Kathleen Bomani und dem Goethe-Institut Tansania, in Zusammenarbeit mit dem HKW, 2026. Die Künstlerin dankt der Gwaertler Stiftung für die freundliche Unterstützung der Recherchen zu diesem Projekt.

Werk in der Ausstellung: The Fire Last Time (2026), 1-Kanal-Video, Ton, Farbe, 36' , Englisch mit dt. UT. Courtesy Kathleen Bomani