Den Festivalauftakt bestreitet Vieux Farka Touré, Sohn, musikalischer Erbe und Nachfolger des legendären Gitarristen Ali Farka Touré. Längst ist er auf dem besten Wege, selbst eine Legende zu werden, dabei war der Beginn seines musikalischen Weges steinig, wie schon der seines Vaters. Dieser stammte aus einer alten Soldatenfamilie und musste sich gegen Tradition und Erwartungen durchsetzen, um Musiker zu werden. Auch für seinen Sohn Vieux sah er zunächst eine militärische Laufbahn vor und konnte erst mit Hilfe eines Freundes der Familie, des großen Kora-Virtuosen Toumani Diabaté, davon überzeugt werden, dass auch für seinen Sohn eine musikalische Karriere der richtige Weg ist. Diese begann 2001 mit Schlagzeug und Kalebassen, zunächst am Institut National des Arts in Bamako, bevor er sich der Gitarre zuwandte, zunächst noch heimlich, bis Vater Ali seinen Segen dazu gab und schließlich kurz vor seinem Tode sogar gemeinsame Stücke mit seinem Sohn einspielte, die 2007 sein Debütalbum krönten. Schon mit seinem zweiten Album, angereichert durch Einflüsse aus lateinamerikanischer Musik und Rock, trat er aus dem Schatten des Vaters hinaus und entwickelte seinen eigenen Stil. Sein Auftritt zur Eröffnung der Fußballweltmeistershaft 2010 in Südafrika machte ihn schlagartig einem internationalen Publikum bekannt. Seitdem spielt er weltweit und veröffentlichte mehrere hochgelobte Alben. 2012 gründete er die Stiftung Amahrec Sahel zur Finanzierung humanitärer Hilfe und zur Förderung der Kultur. Mit der Ali Farka Touré Stiftung bewahrt er zudem das Vermächtnis seines Vaters. Nicht zufällig eröffnet das Festival mit diesem Konzert, liegen die Wurzeln des Gnawa doch im Sahel und sind eng verwandt mit dem Desert Blues.