Neuronal Rhythms of Lila: Neurowissenschaften und Trance
Zineb Majdouli, N.N. (Neurowissenschaft), Mitglied von Bnat Timbouktou, moderiert von Alaa Zouiten
Paneldiskussion
Abgesagt
Sa., 11.7.2026
Safi Faye Saal
Diese Paneldiskussion muss leider kurzfristig abgesagt werden. Stattdessen findet am gleichen Ort und zur gleichen Zeit folgende Paneldiskussion statt: Sisters of the Seven Colors. Frauen, Trance und Autorität in der Welt der Gnawa.
Was geschieht im Gehirn, wenn ein Mensch in Trance fällt? Seit Jahrhunderten führt die Gnawa-Lila Menschen in jenen Zustand, in dem das Ich seine Grenzen verliert, der Körper sich dem Rhythmus überlässt und etwas geschieht, das die Tradition als Begegnung mit den Mluk versteht – und das die moderne Hirnforschung erst seit kurzem zu beschreiben beginnt. Das Panel Neuronal Rhythms of Lila bringt drei Zugänge zu diesem einen Phänomen an einen Tisch: die ethnografische Beobachtung, die neurowissenschaftliche Messung und die gelebte Erfahrung derer, die die Trance von innen kennen. Zineb Majdouli, Anthropologin und Autorin der Studie Trajectoires des musiciens gnawa. Approche ethnographique des cérémonies domestiques et des festivals de Musiques du monde (2007), erforscht seit Jahren, wie sich die rituelle Trance verändert, wenn sie aus der häuslichen Lila auf die Festivalbühne tritt – was dabei von ihrer ursprünglichen Funktion erhalten bleibt und was sich unter den Augen eines zahlenden Publikums wandelt. Aus der Hirnforschung kommt die zweite Stimme des Panels (Name wird noch bekanntgegeben): die Perspektive der Wissenschaft, die fragt, was rhythmische Stimulation, repetitive Perkussion und stundenlange Wiederholung im Nervensystem auslösen – wie der Puls von Guembri und qraqeb auf Herzschlag, Atmung und Hirnwellen wirkt, und warum bestimmte Frequenzen und Muster über Kulturen und Kontinente hinweg verwandte Zustände hervorrufen. Die dritte Stimme gehört der Praxis: ein Mitglied von Asmaa Hamzaouis Ensemble Bnat Timbouktou, das die Trance nicht als Forschungsgegenstand kennt, sondern als gelebte Wirklichkeit – als das, was am Instrument, in der Stimme und im eigenen Körper tatsächlich geschieht. Moderiert von Alaa Zouiten, sucht das Panel nicht nach einer Auflösung des Geheimnisses in Messdaten, sondern nach dem Gespräch zwischen zwei Wissensformen, die im Austausch viel voneinander lernen können: der ältesten Erfahrung der Gnawa und den jüngsten Werkzeugen der Neurowissenschaft. Zwei Sprachen über denselben Vorgang – und die Frage, was die eine von der anderen lernen kann.