Der zweite Workshop des Festivals widmet sich dem Körper. Asmaa Hamzaoui, die erste weibliche Maâlma der Gnawa, bringt Teilnehmer*innen die Bewegungssprache näher, die in der Lila die musikalische trägt – und ohne die die Gnawa nicht ganz zu verstehen ist. Der Workshop richtet sich an Tänzer*innen aller Richtungen: an zeitgenössische Tänzer*innen auf der Suche nach einem anderen rhythmischen Körpergefühl; an Flamenco-, Afro-, Contemporary- und Volkstänzer*innen, die die Gnawa-Bewegungen mit ihrem eigenen Vokabular in Dialog bringen wollen; an Laien, die einfach erleben möchten, wie Körper, Puls und Atem in dieser Tradition zusammenfinden. Hamzaoui arbeitet in drei Schritten: die Verankerung im Puls der qraqeb, der zweistimmigen Eisen-Kastagnetten, und im 6/8-Gefühl der Gnawa, aus dem alle Bewegung kommt; die Grundschritte und Figuren, die das rhythmische Vokabular des Tanzes bilden; und die Steigerungsdynamik hin zur Jedba, jener tranceartigen Bewegung, die das Herz der Lila ausmacht – hier in einem geschützten Workshop-Rahmen erfahrbar, nicht als Nachstellung des Rituals, sondern als Annäherung an seine Körperlogik.

Keine Vorkenntnisse nötig. Bequeme Kleidung und flache Schuhe oder bloße Füße empfohlen. Asmaa Hamzaoui, 1998 in Casablanca geboren, ist die erste Frau, die in der Geschichte der Gnawa den Titel der Maâlma trägt; sie tritt amVorabend mit ihrer Gruppe Bnat Timbouktou selbst im Festival auf. Wer den Workshop besucht, bringt am Abend ein anderes Ohr – und einen anderen Körper – ins Konzert mit.