Mit einer besonderen Beobachtungsgabe setzt sich das umfangreiche Werk von Théodore Diouf mit der menschlichen Beziehung zur Natur auseinander. Anfang der 1970er Jahre besuchte Diouf verschiedene Fach- und Kunstschulen, darunter die École des Arts de Dakar, und studierte Disziplinen wie Bildhauerei und Malerei. Im Laufe der Zeit entwickelte er eine abstrakte und poetische Bildsprache, in der sich sein unmittelbares Lebensumfeld widerspiegelt. Den mündlichen Überlieferungen und der Kosmogonie der Serer zufolge geht die Welt auf das höchste Wesen Roog (oder Koox in den Cangin-Sprachen) zurück. Ihre Entstehung ist untrennbar mit der des Sumpfes verbunden, in dem die ersten Bäume wuchsen. Als Symbole für Wachstum und Fruchtbarkeit gelten Bäume bei den Serer als Lebewesen, die dem Menschen gleichgestellt sind. Die Verbindung zu ihnen und damit zur Natur spielt eine entscheidende Rolle für das Verständnis von Menschlichkeit. Hautsächlich mit Farbe und Pastell auf Leinwand und Papier zeigen Dioufs Arbeiten die lebendige Schönheit und das Wesen der senegalesischen Pflanzenwelt. In einigen seiner Gemälde verweisen Symbole wie die Schlange, die für Pangool (Heilige und Ahn*innengeister) steht, auf die Verwurzelung des Künstlers in afrikanischen Kosmogonien, insbesondere jener der Serer. Im Bewusstsein der Stereotype, die afrikanische Kunst umgeben, bringen Dioufs Werke Tradition und Innovation in ein dynamisches Wechselspiel. Motive, Symbole und Techniken aus Maskenbau, Bildhauerei und Textilkunst lassen in der Verbindung mit modernistischer Ästhetik, Abstraktion und politischen Narrativen einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart entstehen.

WERKE IN DER AUSSTELLUNG:

Untitled (1976–1980), Gouache auf Papier, 25 × 15,5 cm; Mouvement II (1980–1986), Gouache auf Papier, 65 × 50 cm; Untitled (1980–1990), Tinte und Acryl auf Papier, 63 × 37 cm; Le Papillon (1984), Gouache auf Papier, 21 × 29,5 cm; Vision double (1984), Gouache auf Papier, 50 × 65 cm; Untitled (1985), Gouache auf Papier, 65 × 50 cm; Untitled (1985), Gouache auf Papier, 24 × 33 cm; Untitled (1985), Gravur auf Papier, 24,5 × 16 cm; Untitled (1986), Wasserfarbe auf Papier, 29,4 × 41,4 cm; Untitled (1986), Wasserfarbe auf Papier, 28,4 × 39,5 cm; Untitled (2023), Acryl und Gouache auf Papier, 42 × 29,5 cm. Alle Courtesy OH Gallery. Teilnahme in São Paulo mit Unterstützung der Pro Helvetia