Mohamed Melehi

Mohamed Melehi, Untitled (2001). Courtesy Collection Fondation Alliances – MACAAL und Nachlass des Künstlers
Mohamed Melehi gilt als eine der wichtigsten Figuren der postkolonialen marokkanischen Kunst. Der vielseitige Künstler war Maler, Fotograf, Grafiker, Stadtplaner, Kunstlehrer und Kulturaktivist und lehrte an der Kunstschule von Casablanca während ihrer radikalsten Phase zwischen 1964 und 1969. In Melehis Kunst ist der Geist der ästhetischen Revolution und die Aufbruchstimmung eines unabhängigen Marokkos spürbar. Seine künstlerische Entwicklung der 1960er Jahre spiegelt dies wider: von Experimenten mit Abstraktion in Rom und New York bis zur vollständigen Ausformung der Welle, seines charakteristischen Motivs, in den 1970er Jahren. In Composition (1970) wird sein farbenfroher und musterbildender Schaffensprozess im Einklang mit seinen Wandmalereien im öffentlichen Raum erkennbar, insbesondere denen, die ab 1978 für das Cultural Moussem Festival in Asilah entstanden, das Melehi mitorganisierte. Melehis Kunst widersetzt sich der Ost-West-Teilung, die sich während des Kalten Krieges herausbildete. Seine wellenförmigen Fresken nehmen uns mit auf eine kosmopolitische Reise zwischen Mittelmeer und Atlantik. Die Kombination aus geraden und wellenförmigen Linien, abstrakten und figurativen Formen, Symbolen für Weiblichkeit und Männlichkeit sind tief in der lokalen Kunst und dem Kunsthandwerk verankert, insbesondere in Amazigh-Schmuck und Teppichen. Diese Bezüge dokumentiert Melehi unter anderem fotografisch. Als Grafikdesigner und Fotograf prägte Melehi die visuelle Kultur politischer Kämpfe im gesamten Maghreb und in panarabischen Kunstnetzwerken. Besonders deutlich wird dies in seinen grafischen Entwürfen und publizistischen Arbeiten für die Casablanca-Gruppe und avantgardistische Zeitschriften wie Souffles (1966– 1969) und Integral (1971–1978).
WERKE IN DER AUSSTELLUNG:
Untitled (2001), Acryl auf Tafelholz, 70,5 × 60,5 cm; Composition (1970/2026), Tapete, Reproduktion, ca. 475 × 397 cm (Original 120 × 100 cm). Alle Courtesy Collection Fondation Alliances – MACAAL und Nachlass des Künstlers