Ana Raylander Mártis dos Anjos

Ana Raylander Mártis dos Anjos, Installationsansicht von A casa de Bené (1963–2016/2025), 36. Bienal de São Paulo, Travelling Exhibition Curitiba, 2026. Foto: Vinícius Perbichi, Courtesy Fundação Bienal de São Paulo
Ana Raylander Mártis dos Anjos’ Praxis beruht auf langfristigen, forschungsbasierten Projekten. In der großformatigen Installation A casa de Bene (Benés Haus) richtet Raylander ihre Forschungsfrage nach innen, auf sich selbst und ihre Kernfamilie. Ausgehend von Gegenständen aus dem abgerissenen Lehmhaus, das ihr Urgroßvater Benedito Cândido erbaut hatte, schafft Raylander eine Installation, die den kreativen Einfluss ihres Urgroßvaters auf ihre politische und poetische Prägung würdigt. Für die Fundamente von Benés Haus greift sie auf oft genutzte Materialien zurück – textile Totemsäulen-Skulpturen aus zusammengebundenen Stoffstücken aus Naturfasern, Wollstrick, Baumwollhemden und Lederriemen – und ergänzt sie um neue Techniken und Materialien. Mit Messingkörben, Skulpturen und Gegenständen aus dem Haus ihres Urgroßvaters wirkt sie an der Wiederherstellung der Erinnerung ihrer Familie. Zur Installation gehört auch eine Skizze des Grundrisses von Benés Haus, die von Efigênia, der Großmutter der Künstlerin, angefertigt wurde. Die Arbeit untersucht familiäre Strukturen als beständige Institutionen, die sowohl in der Erinnerung als auch in ihrer Form zu tragen kommen. Ihre Bedeutung wird durch die Bronzegüsse und die symbolische Präsenz von Säulen unterstrichen, die für die neun Kinder von Raylanders Urgroßvater stehen. Metallkörbe verweisen auf die Kleinstadt Bela Vista de Minas, wo der Bergbau allgegenwärtig ist und im Kontrast zu traditionellen Praktiken wie der Korbflechterei steht. Aus den Körben schlängeln sich weiche Skulpturen durch den Raum, wie eine Nabelschnur, die die Installation in ihrer Gesamtheit aus Erzählungen über Familiengeschichte, Ort, Nation und Zugehörigkeit verbindet.
WERK IN DER AUSSTELLUNG:
20 A casa de Bene (1963–2016/2025), Installation aus Holzsaulen, gebrauchter Kleidung, Bronzekorb, Gurtel, Leim, Schlauch, Drahtgeflecht, geflochtenen Seilen, Mase variabel. Courtesy Galeria Yehudi Hollander-Pappi. Im Auftrag der Fundacao Bienal de Sao Paulo fur die 36. Bienal