Eine Hochzeit in Frankreich und eine Trauerfeier in Guinea-Bissau: Durch diese beiden Rituale verbindet Regisseur Alain Gomis in Dao familiäre Erinnerung mit kollektiver Geschichte und filmischer Fiktion – zwischen Europa und Westafrika, Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart. Der Film erzählt von einer Generation, die zwischen verschiedenen Orten und Erinnerungen lebt. Im Zentrum steht die Frage: Was bleibt, wenn Familien über Kontinente verstreut leben? Welche Geschichten werden erzählt? Und welche bleiben lange unausgesprochen?

Der Titel Dao ist von taoistischen Ideen inspiriert und steht für einen fortwährenden, kreisenden Fluss des Lebens, der das Gleichgewicht von Gegensätzen wie Geburt und Tod, Migration und Heimat, Fiktion und Realität verkörpert. Professionelle und nicht-professionelle Schauspieler*innen – darunter Mitglieder von Gomis‘ Familie – improvisierten bei den Dreharbeiten in bewusst offen gehaltenen Situationen am Set. So entstand ein immersives Epos, das seine Philosophie erlebbar macht, statt sie zu erklären: ein kollektiver Akt der Erinnerung, Lebensbejahung und Selbstvergewisserung. Menschen versammeln sich, erzählen, erinnern und erfinden gemeinsam neue Formen des Zusammenlebens.

Nach seiner Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2026 feiert Dao mit dieser Vorführung im HKW seine deutsche Kinopremiere, in Anwesenheit von Regisseur Alain Gomis.