Do, 24. Oktober 2013 — So, 27. Oktober 2013

Installationen

STALKER 1

Dokumentation von Anke Eckardt (2013)

Mit einer Sammlung von Youtube-Videos wird die Wirkung von Ultraschall-Lautsprechern im öffentlichen Raum dokumentiert und ein kleineres, leistungsreduziertes Modell kommt hierbei im HKW zum Einsatz. Die den hypersonic speakers zugrunde liegende Technologie entwickelte das amerikanische Militär ursprünglich zum Zwecke der psychologischen Kriegsführung. "It is designed to get people to do what police want“, zitiert die Washington Times einen Polizisten.


STALKER 2

Klanginstallation von Anke Eckardt (2013)

“… was es war? Der Fall eines Meteoriten? Der Besuch von Bewohnern des menschlichen Kosmos? Wir schickten sofort Truppen hin. Sie kamen nicht zurück … (aus "Stalker" von Andrej Tarkovsky) Eine dramatische Parallele zum Film stellt die Katastrophe von Tschernobyl dar, nach der die gesamte Umgebung entvölkert wurde, "Zone of alienation" genannt. Hier im HKW kreiert ein durch den Raum wandernder Schallbeam eine fremde auditive "Zone", die zum Erkunden einlädt. Ein an Radaranlagen erinnernder Parabolspiegel, Old School und Science Fiction zugleich, wird dabei vom "listening ear" zum Reflektor, zur Stimme.


V FOR VILLAINS by Branded To Kill

Eine audio-visuelle Inszenierung des Schurkenlogos im Film

Bösewichter, Schurken und Killer setzen sich nicht nur visuell in Szene, sondern auch mit klanglichen Killer-Motiven, die direkt ins Ohr stechen. Einprägend, wiedererkennbar, unvergesslich und meist zu cool, um zu den Guten zu gehören - eine hörbare Essenz des Bösen. Branded to Kill sind: Georg Spehr, freier Sound Director und Klang-Gestalter, lehrt am Masterstudiengang Sound Studies der UdK, und Max Schneider, Sound Designer und Künstler, leitet den Klangkunst-Bereich des Audiovisuellen Labors der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.


The Culture of Violence

Arbeiten zur ’Ndrangheta von Francesco Sbano

Die multimedialen-dokumentarischen Arbeiten von Francesco Sbano untersuchen die Mafia als soziales Phänomen. Sie zeigen die Taufe der "Fiore", der Neuanfänger der Ehrenwerten Gesellschaft, die "Latitanti", die in den Bergen Untergetauchten, Mitgliederversammlungen der ’Ndrangheta, die Prozession zu Ehren der Madonna von Polsi, wo sich alljährlich wohl auch die Führung zur Beratung trifft, und den von den örtlichen Mafia-"Capos" kommandierten Tanz der Tarantella.


Musik als Strafe

Soundinstallationen

Nicht immer werden Playlisten mit freundlichen Absichten zusammengestellt. Wer wissen möchte, wie es sich anfühlt, wenn gängige Musik wie Rock, Pop, Klassik als Bestrafung, ja Folter empfunden werden soll, begebe sich in die drei Zellen und setze sich historischen, feindseligen Original-Musikreihenfolgen aus.


Zelle 1 - Szenario: Panama Stadt, Dezember 1989/ Januar 1990

Nach der Invasion durch US-Truppen flüchtet Manuel Noriega, der der Verstrickung in Organisierte Kriminalität verdächtigte Regierungschef Panamas, in die Nuntiatur des Vatikans. Er wird dort von US-Marines mit Rockmusik beschallt, bis er sich am 3. Januar 1990 ergibt.


Zelle 2 - Szenario: Guantanamo Bay Naval Base, Camp Delta, irgendwann zwischen 2002 und heute

Gefangene werden amerikanischer Rock- und Popmusik ausgesetzt, was entweder durch große Lautstärke oder aber aufgrund der Inhalte schmerzhaft und/oder demütigend wirken soll.


Zelle 3 - Szenario: Hamburg, Hauptbahnhof, irgendwann zwischen 2000 und heute

Seit dem Jahr 2000 wird der Hamburger Hauptbahnhof mit klassischer Musik beschallt, was angeblich den Effekt hat, Drogensüchtige, Prostituierte und Kleinkriminelle zu vertreiben.