Colonial Modern: Aesthetics of the Past, Rebellions for the Future

Colonial Modern: Aesthetics of the Past Rebellions for the Future

Colonial Modern: Aesthetics of the Past Rebellions for the Future

Herausgeber: Tom Avermaete, Serhat Karakayali, Marion von Osten
Englisch
320 Seiten, zahlreiche Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen
Black Dog Publishing, London 2010
ISBN: 978-1907317118
Preis: € 34,90

Erhältlich im Buchhandel, im Shop des Hauses der Kulturen der Welt oder bei Black Dog Publishing

In der Nachkriegsmoderne hatten Architektur und Stadtentwürfe einen hohen symbolischen Wert. Sie standen nicht nur für das ästhetische Projekt der Moderne, sondern auch für soziale Modernität und Aufbruch in eine neue Gesellschaft, deren Machbarkeit und Planbarkeit sie buchstäblich repräsentierten. Diese Zeichenfunktion der Siedlungsarchitektur war allerdings in ein Konfliktfeld eingebettet. Denn in die Architektur der 1950er und 1960er Jahre flossen bevölkerungspolitische Strategien ein, wie sie im kolonialen Kontext erprobt wurden. Andererseits versuchten die Architekten, die Erfahrung der Dekolonisierung in ihre Planungen einzubeziehen. Sie taten dies, indem sie die als „vormodern“ apostrophierten Lebensweisen der Menschen in den nordafrikanischen Kolonien mit dem Projekt der Moderne zu einer neuen, anderen Moderne synthetisierten.

An diesen Fluchtlinien setzt der Band an. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zwischen dem ästhetischen Regime der Moderne einerseits und dem Projekt der Modernisierung andererseits. Gerade im Kontext des Kolonialismus tritt die spannungsgeladene Verschränkung beider Ebenen deutlich hervor. Die diesem Band zugrunde liegende Ausstellung „In der Wüste der Moderne. Koloniale Planung und danach“ hat diese verschränkten Geschichten von moderner Architektur und urbaner Planung Europas im kolonialen Nordafrika und damit die Ambivalenzen zwischen kolonialer Herrschaft und den Utopien der Moderne nachgezeichnet. Auf dieser Basis gibt die Publikation nicht nur den aktuellen Stand der zeitgenössischen Forschung wieder, sondern stößt mit der These von der „ausgehandelten Moderne“ eine neue, transdisziplinäre (und internationale) Debatte um das Verständnis der Moderne (und damit auch der Postmoderne) auch außerhalb der Architekturdebatten an.

Mit Beiträgen von
Mogniss H. Abdallah/Agence IM’media, Nezar AlSayyad, Kahina Amal Djiar, Kader Attia, Tom Avermaete, Madeleine Bernstorff, Mark Crinson, Hassan Darsi, Monique Eleb, Serhat Karakayali, Christian Kravagna, Brigitta Kuster, Labor k3000, André Loeckx, Kobena Mercer, Valentin Mudimbe, Françoise Navez-Bouchanine, Alona Nitzan-Shiftan, Marion von Osten, Bernd M. Scherer, Horia Serhane, Sven-Olov Wallenstein und Daniel Weiss