From Hands to Loom to Bloom
Cristina Flores Pescorán
Performance
Su., 20.9.2026
17:30–19:00
Ceija Stojka Foyer
Auf Englisch
Eintritt frei

Cristina Flores Pescorán, Mesa Ritual, Chola Body Story (2023), Jan van Eyck Academie. Foto: Cristina Flores Pescorán
Wie heilt der menschliche Körper? Was bedeutet es, wenn ein Körper aufblüht? Wie ließe sich ein anderes Verständnis von Krankheit, Behandlung und Genesung gewinnen? Cristina Flores Pescorán lässt sich von den Heilritualen aus dem Norden Perus inspirieren, aus dem ihre Familie stammt. Sie präsentiert einen textilen Raum und ruft in ihm eine kollektive Zeremonie ins Leben, um den menschlichen Körper mit dem gewebten Stoff zu verbinden. Stoffe, Kräuterheilmittel, selbstgebaute Webstühle und Webgesten verschmelzen miteinander, um die Körperwahrnehmung zu erweitern und Raum für Heilung zu öffnen.
Flores Pescorán verwandelt die medizinische Gaze, die einst während einer Chemotherapie gegen Hautkrebs ihren Körper umhüllte, in einen Altar und gestaltet ihren Heilungsprozess mithilfe der netzartigen Webtechnik der Chancay-Gaze neu. Diese Technik hat ihren Ursprung in der präinkaischen Chancay-Kultur, die sich zwischen 1200 und 1470 an der zentralen Küste Perus entwickelte. Flores Pescorán betrachtet das Textilgewebe als Erweiterung des menschlichen Körpers und lädt das Publikum zu einer Praxis kollektiver Heilung ein, bei der die Webstruktur geöffnet, erweitert und neu gestaltet wird. Teilnehmende können den Geschichten nachspüren, die in jedem Knoten und in jedem Faden stecken, während sie diese entwirren und von Neuem verweben. Der Stoff wird mit dem traditionell zur Zubereitung des nicht fermentierten Getränks chicha morada verwendeten Purpurmais gefärbt und verbindet uralte Erinnerungen an Feste und animistische Kulturen mit vergessenem Wissen über entzündungshemmende und antioxidative Praktiken.