Vielleicht wissen es die Toten, wenn ihre Augen sich endlich weiten 
Und das Licht einer Million Galaxien gleißen sehen 
Im Zwielicht. Wenn sie das Lodern der Triebwerke hören, die Fanfaren 
Nicht verstummen, in der Raserei des Seins.  
– Tracy K. Smith, Auszug aus „My God, It’s Full of Stars“ (Mein Gott, es ist voller Sterne) 

Mit großer Trauer vernimmt das Haus der Kulturen der Welt (HKW) die Nachricht vom Tod eines lieben Freundes der Institution, eines Mentors, bedeutenden Wissenschaftlers und Kulturdenkers unserer Zeit: Prof. Dr. Maguèye Kassé ist am 22. Juli 2026 in einem Krankenhaus in Dakar gestorben.  

Im Jahr 2025 nahm Prof. Dr. Maguèye Kassé an der Veranstaltung Deberlinisierung – Die Welt neu erzählen, eine Theorie der Praxis teil und führte in deren Rahmen ein Gespräch mit dem Künstler Mansour Ciss Kanakassy, dessen Arbeit am Projekt Laboratoire de Déberlinisation, dem Deberlinsierungslabor, er von Anfang an begleitet hatte. 

Prof. Dr. Maguèye Kassé war Universitätsprofessor von besonderem Rang an der Université Cheikh Anta Diop in Dakar und ordentliches Mitglied der National Academy of Science and Technology of Senegal. Seine Forschungsschwerpunkte lagen in den Bereichen Germanische Interkulturelle Studien, Afrika und der Nationalsozialismus sowie der Präsenz von Afrikaner*innen und Afroamerikaner*innen in Deutschland. Zudem war er Chefkurator der Biennale von Dakar, Dak'Art 2008. Für seine Verdienste um Kunst, Kultur und Wissenschaft wurde er vielfach geehrt. Nationale und internationale Auszeichnungen würdigten seinen Einfluss in Afrika, Europa und Nordamerika.  

Unser tiefstes Beileid gilt seiner Familie sowie seinen akademischen und kulturellen Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Während wir um seinen Tod trauern, feiern wir zugleich sein Leben und seine Verdienste. Unsere Gedanken sind bei Prof. Dr. Maguèye Kassé, unsere Anteilnahme ist bei seinen unmittelbaren Angehörigen. Wir wünschen ihm und ihnen einen sanften Abschied. Mögen seine Vorfahr*innen ihn willkommen heißen, mit dem Licht einer Million Galaxien, dem Lodern der Triebwerke und mit Fanfaren, die nicht verstummen.