Sa, 02. Februar 2013

The Outsourced / Outsourcing User (part I): My Name Is Janez Janša

Screening und Gespräch mit Janez Janša, Bani Brusadin (mod.)

Was passiert, wenn man einen Namen benutzt, also sein „User” wird, und dieser Name der des Premierministers eines Landes ist? Und was bedeutet der Namenstausch als künstlerische Geste? Im Jahr 2007 traten drei Künstler den konservativen Slowenischen Sozialdemokraten (SDP) bei und nahmen offiziell den Namen des Parteivorsitzenden Janez Janša an, dem Premierminister Sloweniens. Nach dieser persönlich motivierten Aktion verschmolzen die Grenzen zwischen ihrem Leben und ihrem Werk auf unvorhersehbare Weisen.

My name is Janez Janša (2012, Slowenien, 68 min) ist ein Dokumentarfilm über Namen und Namensänderungen, der ausgehend von historischen Quellen, Popkultur und persönlichen Erfahrungen von einer Namensänderung erzählt, die in dem kleinen Land Slowenien und darüber hinaus für Wirbel sorgte. Der Film und das anschließende Gespräch beschäftigen sich mit dem Akt des Ablegens seines persönlichen Namens und mit den mit dieser Geste einhergehenden Auswirkungen, und stellen damit eine Reihe von Fragen – etwa dazu, was real und was vermittelt ist, und zu Identität und Politik in der Kunst. Darüber hinaus stößt die Veranstaltung die Diskussion über die Praktik des Erfindens, Outsourcens und Annehmens mehrfach genutzter Namen und den damit einhergehenden Konsequenzen für die gegenwärtige Mediengesellschaft an. In dem Dokumentarfilm treten internationale Künstler, Aktivisten, Kulturproduzenten und Kritiker auf, darunter UBERMORGEN.COM, Vuk Ćosić, Franco und Eva Mattes, Jan Fabre, Stephen Kovats, Tim Etchells, Vaginal Davis, Mladen Dolar und natürlich Janez Janša, Janez Janša und Janez Janša.