Sa, 12. Januar 2013

Cosmograms, or How To Do Things with Worlds

John Tresch

Keynote von John Tresch (Department of History and Sociology of Science, University of Pennsylvania, Philadelphia). Einführung und Gespräch: Armen Avanessian (Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Wissenschaft, Freie Universität Berlin)

Jede Kultur findet Mittel und Wege, um das Wesen des Universums zu konzeptualisieren; oft werden systematische Register all dessen geschaffen, das existiert, so genannte „Kosmogramme“. Idee und Konzept des Kosmogramms lassen sich erweitern und auf das Wissen über „natürliche“ und „menschliche“ Welten wie auch auf deren wechselseitige Interaktion anwenden. Ausgehend von der anthropozänen Auffassung der Natur als formbarem Gebilde, erläutert der Wissenschaftshistoriker John Tresch in kulturhistorisch vergleichender Perspektive Beispiele einer „Kosmopragmatik“: der Art und Weise also, in der „Kosmogramme“ menschliche Eingriffe in die Welt gefördert und ermöglicht haben. Sein Vortrag stellt exemplarisch eine Reihe von Phänomenen vor – von der Romantik, der Industriellen Revolution bis hin zum heutigen ökologischen Diskurs und der Zerbrechlichkeit unserer kosmischen Ordnung.

John Tresch (Philadelphia) lehrt Wissenschaftsgeschichte und -soziologie an der University of Pennsylvania, wo sein Forschungsschwerpunkt auf der Kulturgeschichte der Wissenschaft und Technik in Europa und den USA von 1750 bis heute liegt. Er hat unlängst sein erstes Buch veröffentlicht: "The Romantic Machine: Utopian Science and Technology after Napoleon" (2012).

Armen Avanessian (Berlin) studierte Philosophie, Literatur- und Politikwissenschaft in Wien und Paris. Er lehrt seit 2007 am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Der Gründer der Forschungs- und Diskursplattform Spekulative Poetik war 2011 Visiting Fellow am German Department der Columbia Universität New York und 2012 an der Yale University, New Haven. Zu seinen aktuellen Publikationen gehören u. a. Phänomenologie ironischen Geistes. Ethik, Poetik und Politik der Moderne (2010) und Aesthetics and Contemporary Art (hrsg. mit Luke Skrebowski (2011).

Eine Veranstaltung im Rahmen von
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