Sa., 12. Januar 2013

Atemfrühstück – oder warum und wie das Haushalten immer körperlich ist

Torsten Blume

Performance von Torsten Blume (Stiftung Bauhaus Dessau). Einleitung: Katrin Klingan (Haus der Kulturen der Welt, Berlin)


Die Ernährungslehre neureligiöser Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts empfahl, die tägliche Ernährung mit dem Ein- und Ausatmen gesunder Luft zu beginnen – als vernünftige Vorbereitung für die Aufnahme und Verwertung aller materiellen und geistigen (spirituellen) Speisen. Man kann sich daher auch den Haushalt (im ökonomischen Sinn) als Atmung vorzustellen, als einen ständigen Prozess des Einfließens, der Wartung, Nutzung und des Herausströmens. Ausgehend von dieser Korrelation lädt das Atemfrühstück Besucher ein, den Metabolismus des Atmens wiederzuentdecken: Im Atemrhythmus von 5 Tänzern, einem Sprecher und einem Instrukteur wird Bezug zu historischen Visionen der 1920er Jahre genommen – wie etwa zu Friedrich Kieslers „biotechnischem" Haus oder Kasimir Malewitsch’ „kosmischem Energieaustausch künftiger Menschen“. So stellt das Atemfrühstück ein körperbezogenes „Reset“ für aktuelle Budgetdebatten dar – mit historischer Reflexion und kritischer Provokation.

Mit: Abel Navarro, Susanne Mayer, Yun-Ju Chen, Jenni Ramsperger, Jean Lee, Peter Wagner


Torsten Blume (Dessau) ist Forscher und Künstler an der Stiftung Bauhaus Dessau. Seit 2007 arbeitet er an dem Projekt "Play Bauhaus" mit Tanz- und Bewegungsinstallationen, Workshops und Ausstellungen. Das Ziel ist, die Bauhausbühne spielerisch als ein Forum des Experimentierens zu etablieren. Torsten Blume ist Mitglied des Exzellenz-Clusters "Bild Wissen Gestaltung: Ein interdisziplinäres Labor" an der Humboldt-Universität zu Berlin.


Katrin Klingan
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