Do, 10. Januar 2013

Forum für anthropozäne Forschung

Welche wissenschaftlichen Themen, methodischen Ansätze und epistemischen Praktiken sind für eine Auseinandersetzung mit dem Anthropozän relevant? Die zum Forum eingeladenen internationalen wissenschaftlichen Projekte, die sich dieser Frage stellen, geben Einblick in ihre Arbeit und ihre vielfältigen Bezüge zur Anthropozän-These. Entlang der Themen Erdsystem, Ressourcen, Bildung, Epistemologie und Recht markiert und skizziert das Forum in einer ersten Annäherung ein mögliches transdisziplinäres Feld der „anthropozänen Forschung“.

Teilnehmer: Wolfgang Lucht (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung; Humboldt-Universität zu Berlin), Dieter Gerten (Project OPEN „Planetary Opportunities and Planetary Boundaries”, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Sabine Höhler (Environmental Humanities Laboratory, Royal Institute of Technology, Stockholm), Sverker Sörlin (Environmental Humanities Laboratory, Royal Institute of Technology, Stockholm), Ioan Negrutiu (Institut Michel Serres, École Normale Supérieure de Lyon), Pablo Jensen (Complex Systems Institute IXXI, École Normale Supérieure de Lyon), Dorothea Heinz (Project AIME „An Inquiry into the Modes of Existence“, Sciences Po, Paris), Heiko Müller (Project AIME „An Inquiry into the Modes of Existence“, Sciences Po, Paris), Eyal Weizman (Centre for Research Architecture, Goldsmiths, University of London), Adrian Lahoud (Project „5th Geneva Convention“, Centre for Research Architecture, Goldsmiths, University of London). Moderation: Jürgen Renn (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin), Christoph Rosol (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Haus der Kulturen der Welt, Berlin), Ashkan Sepahvand (Haus der Kulturen der Welt, Berlin)


Anmeldung

Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung bis zum 21. Dezember unter mit Namen, Position und dem Namen Ihrer Institution.


Programm


9:00 - Registration


9:30 - Introduction


9:45 - Session 1: Earth

Flagship Project "Planetary Opportunities and Planetary Boundaries" (OPEN), Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)

Representatives: Wolfgang Lucht (Co-Chair of Earth System Analysis at PIK, Professor of Sustainability Science at Humboldt University Berlin), Dieter Gerten (Senior Researcher at PIK, Head of Project OPEN)


10:30 - Session 2: Education - Environmental Humanities Laboratory, Royal Institute of Technology (KTH), Stockholm

Representatives: Sabine Höhler (Associate Professor of Science and Technology Studies at KTH), Sverker Sörlin (Professor of Environmental History at KTH)


11:15 - Break


11:30 - Session 3: Resources

Michel Serres Institute, École Normale Supérieure (ENS) Lyon

Representatives: Ioan Negrutiu (Director of Michel Serres Institute, Professor of Biology at ENS Lyon), Pablo Jensen (Director of Complex Systems Institute IXXI, ENS Lyon)


12:15 - Session 4: Epistemology

"An Inquiry into the Modes of Existence" (AIME), Sciences Po, Paris

Representatives: Dorothea Heinz (Research assistant, AIME Project), Heiko Müller (Research assistant, AIME Project)


13:00 - Lunch


14:00 - Session 5: Law

“Fifth Geneva Convention”, Centre for Research Architecture (CRA), Goldsmiths, University of London

Representatives: Eyal Weizman (Professor of Spatial Visual Cultures, Director of CRA), Adrian Lahoud (Architect and researcher, Fifth Geneva Convention Project)


14:45 - Roundup


15:00 - End of the Forum


17:00 – Official start of “The Anthropocene Project. An Opening”



Dieter Gerten (Potsdam) ist Hydrologe und Geograf und leitet die Forschungsgruppe "Planetary Opportunities and Planetary Boundaries" am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er hat zahlreiche Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht sowie Bücher und Buchkapitel über Wasserressourcen und Wasserknappheit, limnische und terrestrische Ökologie sowie Wasser und Religion herausgegeben bzw. geschrieben.


Dorothea Heinz (Paris) hat 2011 ihr Geschichtsstudium an der Sciences Po Paris mit dem Masterabgeschlossen und ihr Diplom 2012 an der Ecole normale supérieure erhalten. Zurzeit bereitet sie ihre Dissertation im Fach Philosophie vor. Als wissenschaftliche Mitarbeiterinin Bruno Latours Projekt "AIME–An Inquiry into the Modes of Existence" arbeitet sie zur Entwicklung kollektiver Forschung und ist für externe Kooperationen zuständig.


Sabine Höhler (Stockholm) ist Associate Professor of Science and Technology Studies am KTH – Royal Institute of Technology Stockholm. Ausgebildet als Physikerin und Historikerin, liegt ihr Schwerpunkt auf der Wissenschaft und den Technologien der Erdforschung im 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Habilitationsschrift "Raumschiff Erde" erforscht wissenschaftliche Konstruktionen der Umwelt als geschlossener Lebens- und Funktionsraum in der Umweltära der 1960er- und 1970er-Jahre.


Pablo Jensen (Lyon) ist Leiter des Institut rhônalpin des systèmes complexes (IXXI) in Lyon. Der studierte Physiker arbeitet derzeit an den Randzonen der Sozial- und Naturwissenschaften. In einer laufenden Kooperationmit Bruno Latours Team erkundet er, wie sozialstatistische Daten verwendet werden, um unser Wissen über die soziale Welt zu verbessern. Er ist Kolumnist für mehrere Zeitungen und Zeitschriften, beispielsweise Le Monde diplomatique.


Adrian Lahoud (London) ist Architekt und Stadtplaner und lehrt am Centre for Research Architecture, Goldsmiths, University of London. Durch seine private Praxis, Lehre und Forschung erkundet erdie strittigen, widersprüchlichen und oft paradoxen Veränderungen von Städten. Sein Werk "The Life of Forms in the City" erkundet das Problem von Baugröße und Komplexität in Architektur und Stadt.


Wolfgang Lucht (Potsdam) ist Co-Leiter des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Inhaber der Professur für Nachhaltigkeit am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Als promovierter Physiker beschäftigt er sich in seiner Forschung mit den menschlichen Transformationen der Biosphäre, der Erde als komplexem System und dem transformativen Potenzial planetarer Grenzen (planetary boundaries) für globale Gesellschaften.


Heiko Müller (Paris) arbeitet zu den Themen Formbildung und kulturelle Transformation. Er studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin, wo er von 2007 bis 2010 Geschäftsführer einer fakultätsübergreifenden Projektschnittstelle war. Nach einem Wechsel an die Sciences Po Paris ist er heute Mitarbeiter im Projekt "AIME – An Inquiry into the Modes of Existence" von Bruno Latour.


Ioan Negrutiu (Lyon) ist Professor für Biologie an der École Normale Supérieure de Lyon und Mitglied des Institut Universitaire de France. Er ist zukünftiger Leiter einer Kommission zur Biologie und Direktor des Michel Serres Instituts für Ressourcen und öffentliche Güter.In dieser Rolle koordiniert er die Arbeiten von Studenten und Kollegen aus den Biowissenschaften, der Volkswirtschaft und Jura, die einen integrierten Forschungsansatz zur Problematik der natürlichen Ressourcen verfolgen.


Sverker Sörlin (Stockholm) ist Professor für Umweltgeschichte, zudem widmet er sich derzeit dem Aufbau des KTH Environmental Humanities Laboratory in Stockholm. Demnächst erscheinen die Bücher The Future of Nature, gemeinsam geschrieben mit P. Warde undL. Robin (2013) und Northscapes: History, Technology, and the Making of Arctic Environments mit D. Jorgensen (2013).


Eyal Weizman (London) ist Architekt, Professor im Department of Visual Cultures und Direktor des Centre for Research Architecture, Goldsmiths, University of London. Seit 2011 leitet er auch das vom European Research Council finanzierte Projekt "Forensic Architecture", das sich mit der Rolle der Architektur im humanitären Völkerrecht auseinandersetzt. Er ist Gründungsmitglied des Architektenkollektivs DAAR in Beit Sahour, Palästina.



Eine Veranstaltung im Rahmen von
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