Fr, 01. Juni 2012

Die Geste des Schwenkens

Volker Pantenburg

Danièle Huillet/Jean-Marie Straub | Trop tôt, trop tard, Frankreich/Ägypten 1981, Filmstill

Danièle Huillet/Jean-Marie Straub | Trop tôt, trop tard, Frankreich/Ägypten 1981, Filmstill

Es gibt zahlreiche theoretische Abhandlungen über das Filmemachen, in denen stilistische Mittel wie Montage, Tiefenschärfe oder Bildkomposition thematisiert werden.

Zum Phänomen der Kamerabewegung hingegen existieren kaum Untersuchungen. „Die Bewegung der Kamera wird gewöhnlich als etwas begriffen, das für eine Analyse zu schwer zu fassen ist“, schreibt David Bordwell 1977. Der Filmwissenschaftler Volker Pantenburg wird in seinem Vortrag Kameraschwenks beschreiben und kommentieren, in denen sich das Raum-Zeit-Gefüge dokumentarischer oder fiktionaler Filmwelten anhand des horizontalen Schwenks charakterisieren lässt. Im Zentrum steht dabei ein besonderer Aspekt: der Schwenk als spannungsgeladene Form, in der eine kontrollierte Geste auf die Zufälligkeit des Dargestellten trifft.