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Fr, 01. Juni 2012

Kontrolle und Kontingenz

Harun Farocki

Harun Farocki | Nicht ohne Risiko, 2004, Filmstill | © Harun Farocki Filmproduktion

Harun Farocki | Nicht ohne Risiko, 2004, Filmstill | © Harun Farocki Filmproduktion

Zu den Konventionen dokumentarischer Filme gehört eine Kamera, die den Ereignissen nachjagt und Zufällen ausgesetzt ist, während die Kamera im Spielfilm die Ereignisse antizipiert und unter Kontrolle hat.

Was geschieht, wenn diese Genres – oder Gesten der Genres – einander imitieren? Es gibt Spielfilme, die dokumentarische Stilmittel wie Unschärfe und Lichtsprünge einsetzen und Dokumentarfilme, die sich fiktionaler Erzähl- und Montageformen bedienen. Anhand verschiedener Filmbeispiele und Ausschnitte aus einer eigens für das Festival digitalisierten Fassung von „Der Reifenschneider und seine Frau“ (Klaus Wildenhahn/Roland Hehn/Horst Schwaab, BRD 1968/1969) wird Harun Farocki das breite Spektrum von Mischverhältnissen der beiden Genres genauer betrachten.