Mo, 28. März 2011

Bodybits - Eröffnung

Richard Sennett (New York University und London School of Economics): Brutal Simplifiers

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Noch vor zehn Jahren waren die Erwartungen an die positive Neuerungskraft, die die revolutionären Entwicklungen in den Kommunikationstechniken für unsere Gesellschaft bedeuten würden, enorm. Mehr gegenseitiges Verständnis und ganz neue, bessere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, das erhoffte man sich von der Technologie.

In seinem Vortrag Brutal Simplifiers geht Richard Sennet der Frage nach, warum diese Versprechen sich nicht in dieser Weise bewahrheitet haben. Ausgehend von Jacob Burckhardts Beschreibung des 19. Jahrhunderts als einer Ära der „furchtbaren Simplificateurs“ analysiert Senett das Phänomen der Zusammenarbeit im modernen Kapitalismus als eine der größten gegenwärtigen Herausforderungen für die globale Gesellschaft.


Richard Sennett, 1943 in Chicago geboren, studierte an der New Yorker Juilliard School Musikwissenschaften und Violoncello. Anschließend begann er ein Soziologie-Studium an der Harvard Universität. Nach seinem Abschluß in Urbanistik gründete er in Cambridge, Massachussetts das Cambridge Institute, ein soziologisches Forschungszentrum. Seit 1973 lehrt Sennett Geschichte und Soziologie an der New York University, wo er seit 1975 das New York Institute for Humanities betreut. Bis 1993 saß Sennett dem International Committee on Urban Studies vor, welches in seiner Arbeit sozialwissenschaftliche Themen mit Fragen der Architektur und des Städtedesigns zu verbinden sucht. Sennett ist ferner Berater der UNESCO im Bereich der Städteplanung.Richard Sennett ist Mitglied der Royal Society of Literature, der American Academy of Arts and Sciences und des Chicago Institute for Architecture and Urbanism. Er ist Verfasser zahlreicher kulturhistorischer Schriften. 2006 wurde Richard Sennett mit dem renommierten Hegel-Preis der Stadt Stuttgart ausgezeichnet. Sennett lebt in London und New York.