Di, 18. Mai 2010

Mark Terkessidis

"Interkultur"

Mark Terkessidis

Mark Terkessidis

Ob als theoretisches Konzept oder als polemische Formel – lange Zeit bestimmte der Begriff des Multikulturalismus die Debatte über die Einwanderungsgesellschaft. Die stellte man sich als so tolerantes wie unverbindliches Nebeneinander vor.

Stattdessen wird derzeit über „Parallelgesellschaften“ diskutiert. Für das Mit-Einander einer radikalen interkulturellen Öffnung plädiert dagegen der Diplom-Psychologe und Migrationsforscher Mark Terkessidis in seinem neuen Buch „Interkultur“: Alle Institutionen müssen befragt werden, ob sie Menschen unabhängig von ihrer Herkunft tatsächlich die gleichen Chancen auf Teilhabe einräumen. Nur so können die Potenziale einer vielfältigen Gesellschaft fruchtbar gemacht werden.


Moderation: Susanne Stemmler, Leiterin Bereich Literatur am Haus der Kulturen der Welt


Mark Terkessidis ist Diplom-Psychologe, Migrationsforscher und Publizist. 2004 veröffentlichte er „Die Banalität des Rassismus. Migranten zweiter Generation entwickeln eine neue Perspektive“. Terkessidis wurde im Jahr 2006 einer größeren Öffentlichkeit durch einen Offenen Brief bekannt, den er zusammen mit der Migrationsforscherin Yasemin Karakasoglu gegen die These Necla Keleks vom Scheitern der Integration gerichtet hatte. Er ist Mitglied der antirassistischen Netzwerks kanak attak und Mitbegründer des „Institute for Studies in Visual Culture“ (ISVC) in Köln. Heute schreibt er unter anderem für die „taz“, den „Tagesspiegel“, die „Zeit“ sowie für den „Westdeutschen Rundfunk“.


Die nächsten Veranstaltungen in der Reihe WortWelten


20. September 2010, 19.30 Uhr

Ayse Kulin: Der schmale Pfad (Unionsverlag 2010)


2. November 2010, 19.30 Uhr

Petros Markaris: Die Kinderfrau (Diogenes 2009)

Moderation: Miltos Pechlivanos

Übersetzung: Michaela Prinzinger