So, 31. August 2008

Die Passage zur Modernität: Eine künstlerische Intervention von Hassan Darsi

Der Künstler im Gespräch mit Marion von Osten (Kuratorin)

Nordafrika diente während der Kolonialherrschaft lange Zeit als ein Laboratorium für architektonische Planungen einer Stadt von Morgen. Ideen, die nach dem zweiten Weltkrieg in Wohnungs- und Stadtbauprojekten in Europa fortgeführt wurden. In den thematischen Führungen werden Kuratoren, Architekten, Künstler und Wissenschaftler jeweils unter einem spezifischen Fokus Einblicke in die widersprüchlichen transnationalen Beziehungen der Nachkriegsmoderne geben.


Hassan Darsi wurde 1961 in Casablanca geboren, wo er lebt und arbeitet. Er gründete die Association La Source du Lion, die seit 1998 verschiedene Veranstaltungen zeitgenössischer Kunst organisiert. Mit seiner künstlerischen Arbeit schafft er einen Dialog zwischen radikal konzeptionellem Kunstverständnis und sozialem Engagement. Er hat in Casablanca eine Reihe sozial engagierter Kunstprojekte initiiert und durchgeführt. Darsis Werke wurden an vielen Orten in Marokko und anderen Ländern ausgestellt.


Marion von Osten, in ihrer Arbeit als Künstlerin, Kulturwissenschaftlerin und Ausstellungsmacherin stellt Marion von Osten transdisziplinäre Arbeitsmethoden ins Zentrum. Ausstellungs-, Veranstaltungsprojekte, künstlerische und theoretische Arbeiten setzen sich mit post-kolonialen und neo-liberalen Verhältnissen, der Regierung von Mobilität und Subjektivität, sowie der gesellschaftlichen Bedeutung der Kulturproduktion auseinander. Sie war von 1996-98 Kuratorin an der Shedhalle Zürich und organisierte dort Projekte wie „Sex&Space“, „SUPERmarkt“ oder „MoneyNations“, von 2003-2005 künstlerische Leiterin von „Projekt Migration“ mit Kathrin Rhomberg und TRANSIT MIGRATION mit Regina Römhild. Seit 2006 hält sie eine Professur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zu ihren Publikationen gehören u.a. “Projekt Migration“ (2005) und „Norm der Abweichung“ (2003).