So., 20. April 2008

Nachdenken über Homer

Raoul Schrott (Irland/Österreich)

Raoul Schrott | © Peter-Andreas Hassiepen

Raoul Schrott | © Peter-Andreas Hassiepen

Anschließend Gespräch mit Michael Meier-Brügger, Professor für Indogermanistik, FU Berlin, und Martin Schmidt, Gräzist, Hamburg

Moderation: Dieter Bartetzko, F.A.Z.


Kontroverse um das Abendland: Der bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Schriftsteller und Wissenschaftler Raoul Schrott, geboren 1964, hat nacheinander das Gilgamesch-Epos und die Ilias übersetzt. So wie in den letzten Jahren die Altertumsforschung zunehmend auf die außereuropäischen Einflüsse in Homers Texten hingewiesen hat, findet er in den beiden Epen außergewöhnliche, geradezu sensationelle Gemeinsamkeiten. Sein Resümee: Europas Epos wurzelt in Asien. Mehr noch: Nur weil sich Homer in assyrischen Kultur- und Hofkreisen aufgehalten hat, konnte er die Erzählungen um Troja zusammentragen und seine Ilias verfassen. Diese Vorstellung bringt abendländische Identität ins Wanken, und so hat auch bereits der Vorabdruck von Schrotts aktuellstem Werk „Homers Heimat“ kontroverse Diskussionen im Feuilleton und in Fachkreisen ausgelöst.


--- ermäßigter Ausstellungs-Eintritt für Besucher des Literaturfestivals: 3 Euro, statt 5 Euro ---