Mi., 16. April 2008

Eröffnung - Avatar. Asiens Erzähler

Lesungen mit Ko Un (Südkorea) und Yang Lian (China/Großbritannien)

Ilija Trojanow | © Peter-Andreas Hassiepen

Ilija Trojanow | © Peter-Andreas Hassiepen

Ko Un

Für das dichterische Schaffen Ko Uns, der mehrfach für den Nobelpreis im Gespräch war, ist die klassische koreanische und chinesische Poesie wichtige Referenz. Sein Hauptwerk geht in Form eines epischen Gedichtzyklus auf seine Lebenserfahrung ein: Schrecken des Koreakriegs, 10 Jahre als buddhistischer Mönch, Widerstand gegen die südkoreanische Diktatur, Todesdrohung. Unter Hausarrest begann er mit dem 20-bändigen „Maninbo“ („Zehntausend Leben“), das, einem Rollbild ähnlich, ein Panorama von Figuren aus seinem Leben, aus Mythologie und jüngster Geschichte entwirft. Im Festival gibt Ko Un Auskunft zu seinen Inspirationsquellen.


Yang Lian

knüpft in einem seiner großen lyrischen Werke, dem Gedichtzyklus „Yi“, an das über 4800 Jahre alte chinesische Epos „I Ging, Buch der Wandlungen“ an. Der Autor, geboren 1955 in Beijing, veröffentlichte seine ersten Gedichte in einer Untergrundzeitschrift, nachdem er während der Kulturrevolution eine Zeit der „Umerziehung“ auf dem Land verbringen musste. Nach Jahren im Exil, in denen er unter anderem zur documenta X beitrug, wirkt er, heute in London lebend, als Kulturvermittler zwischen China und Europa. Ausgehend von einem Gedicht des klassischen chinesischen Lyrikers Du Fu (712 - 770) wird Yang Lian hier sein Verhältnis zur Poesietradition Chinas erläutern.


Moderation: Ilija Trojanow