So., 24. Oktober 2021

Diffusion Jam

Mit allen Mitwirkenden des Festivals

Marcin Pietruszewski | Foto: Camille Blake

Marcin Pietruszewski | Foto: Camille Blake

Wenn ein Festival zu Ende geht, fangen die Aufräumarbeiten an. In der Theorie zumindest. In der Praxis hingegen bringt das Duo Amely & Ophelia seine Staubsauger nicht etwa auf die Dachterrasse des HKW, um den Schmutz vom Boden aufzusagen. Vielmehr blasen die beiden Musikerinnen mit ihnen Fanfarenklänge in die Luft und läuten damit lediglich den Anfang vom Ende von The Sound of Distance ein – den letzten Programmpunkt, der nochmals alle Kräfte bündelt, indem er eine Vielzahl von Klängen rund um das HKW verteilt.

Unter dem Titel Diffusion Jam finden Amely & Ophelia sowie zahlreiche weitere Teilnehmer*innen des Programms zu einem letzten großen Jam zusammen, darunter Andi Toma, Hani Mojtahedy, David Grubbs, Dodo NKishi und Tunde Alibaba, Louis Chude-Sokei, Marcin Pietruszewski und Jan St. Werner. Oder besser gesagt: Sie zerstreuen sich zu diesem Zwecke. Denn die Beteiligten improvisieren in ständiger Bewegung und über die Distanz hinweg miteinander, genauso wie mit dem umgebenden Raum und dem Publikum, das sich zwischen ihnen bewegt oder von ihnen umkreist wird. Ein letztes Mal wird die Performance dezentralisiert, herkömmliche Darbietungsformen dekonstruiert und somit tradierte Hierarchien der Musikproduktion und -rezeption desintegriert. Beim Diffusion Jam kann daher, wie so oft an diesen vier Tagen, so ziemlich alles passieren.