Sa., 23. Oktober 2021

Avaeken von Stephen O’Malley, performed von Zwerm Quartet

Zwerm Quartet | Foto: Mous Lamrabat

Zwerm Quartet | Foto: Mous Lamrabat

Auf der Insel Fårö nordöstlich von Gotland steht eine Eiche mit mehr Jahresringen als andere ihrer Artgenossinnen. Über ein Millennium ist dieser Baum alt und inspirierte den Komponisten Stephen O’Malley während eines Aufenthalts dort zu einem – relativ zum Alter des Baums gesehen ziemlich knappen – Stück, das nach diesem benannt ist: Avaeken. Das Sunn-O)))-Mitglied O’Malley schrieb das Stück Avaeken für das E-Gitarrenquartett Zwerm, das im Rahmen der knapp 20-minütigen Komposition aus regulären Instrumenten ungewöhnliche Töne hervorholt.

Nach dem Prinzip der sogenannten reinen Stimmung beziehungsweise der mikrotonalen Musik erzeugen O’Malley und Zwerm mithilfe von E-Bows und Slide-Werkzeugen lang anhaltende Töne, die möglichst exakt getroffen und von keinen zufälligen Nebenbeigeräuschen am Griffbrett oder den Verstärkern verunreinigt werden sollen. Ziel dieser instrumentellen Präzisionsarbeit ist es, aus dem harmonischen Zusammenspiel rhythmische Figuren hervorzubringen, die den gesamten Raum und die darin befindlichen Körper erfassen. Und dabei die Zeit ein kleines bisschen aus den Fugen hebeln, versteht sich. Gewidmet ist das Stück der Organistin Kali Malone und dem bei The Sound of Distance mit vier Werken vertretenen Komponisten Alvin Lucier.