Do, 12. August 2021

Aus westlichen Richtungen

R: Juliane Henrich, Deutschland 2016, 61 min | Vorfilm: Ten Mornings Ten Evenings and One Horizon,10 min

Aus westlichen Richtungen (Film-Still)

Aus westlichen Richtungen (Film-Still)

Aus westlichen Richtungen

R: Juliane Henrich, Deutschland 2016, 61 min, OmEU

Wieso ist der Westen mehr als eine Himmelsrichtung? Der Filmessay geht von dieser kindlichen Frage aus. Und legt dann Spuren davon in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft frei. Lange Schwenks durch westdeutsche Stadtansichten wechseln sich ab mit Autobahnfahrten und Innenaufnahmen eines Hauses im Prozess der Auflösung – zum Takt einer Musik auf Basis der Tagesschau-Melodie. Die Erzählerin pendelt von Reflexionen über moderne Architektur zu Szenen aus der Kindheit und den Erinnerungen der Eltern an ihre Zeit in einer K-Gruppe der 70er Jahre. Kristallisationspunkt ist das Einfamilienhaus: von Adenauer als Bollwerk gegen den Osten angepriesen, schon von Engels als Mittel zur Eindämmung allen Aufbegehrens angeprangert. Trotz allem erscheint „der Westen“ auch als kindlicher Sehnsuchtsort.

Vorfilm:

Ten Mornings Ten Evenings and One Horizon

R: Nishikawa Tomonari, Japan 2016, 10 min, ohne Sprache

Ten Mornings Ten Evenings and One Horizon zeigt zehn Brücken über den Fluss Yahagi. Circa 70 Brücken überspannen das Gewässer in der Nähe der japanischen Heimat des Filmemachers Okazaki in der Präfektur Aichi. In der ersten Einstellung ist die Brücke zu sehen, die der Quelle des Flusses am nächsten liegt. Die abschließende Einstellung des Filmes zeigt die letzte Brücke vor der Mündung des Flusses in den Ozean.