Sa, 06. Februar 2021

#Healing (Faju): Workshop & Öffentliches Programm

Tabita Rezaire | Dilo, 2017 | Courtesy of the artist und Goodman Gallery, Südafrika

Tabita Rezaire | Dilo, 2017 | Courtesy of the artist und Goodman Gallery, Südafrika

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Samstag 06.02.

14–16h
Transatlantic Sounds: “What would you say if I told you that our Black history has been denied?”
Performatives Ritual von Tomás Espinosa, Jorge Gómez, Carina Madsius und Linda-Philomène Tsoungui mit Muhammed Lamin Jadama, Abdulah Sow und weiteren

Sich selbst als afrodiasporisch zu begreifen, geht mit dem Bewusstsein einher, dass Identität das Ergebnis von Brüchen und Fragmentierungen ist. Dabei lässt sich erkennen, dass ein Teil der Geschichte verschwiegen und verdrängt wurde. Diese Wunden sind nicht verheilt, können aber durch Klänge und durch das Zuhören als aktive Handlung Gesundung erfahren. Das performative Ritual wird als Audio-Stream digital übertragen: Die Beitragenden präsentieren auf Grundlage des Materials vom Sound-Marathon am 4. Februar Improvisationen, Klanginterventionen und Jamsessions. Eine gemeinsame Radiofrequenz schafft ein Portal, durch das sich Tumaco mit Dakar, Berlin und anderen Orten der zum Teil unterbrochenen afrikanischen Diaspora verbindet. Das aktive Zuhören und die kathartische Kraft der Musik bringen mit ihren Vibrationen die Körper in Bewegung, um vergangene Traumata zu heilen und gemeinsam zu schwingen.

16.30–18h,
Online-Workshop
The Body Divines
Mit Wangũi wa Kamonji

Workshop in drei Teilen:
1. Teil: Mo 18.01. 15h, ausgebucht
2. Teil: Mo 01.02. 15h, ausgebucht
3. Teil: Sa 06.02. 16.30h, ausgebucht

Koloniale Bildungssysteme verorten das Wissenspotenzial ausschließlich in Büchern und Lehrenden. Dadurch verlieren sowohl die Erde als auch die Körper der Lernenden und Verbindungen zu ihren Ahnen, als Orte des Wissens Anerkennung, Überzeugung und Kraft. The Body Divines ist eine Intervention zur Heilung von Wunden – verursacht durch das koloniale Erbe staatlicher Bildungssysteme – in Form einer Zurückeroberung indigener Lebens- und Wissensformen. Der dreiteilige Workshop lädt die Teilnehmenden ein, über verschiedene indigene Praktiken und durch das Trauern zu Wünschen und Fragen zu kommen. Die Grundlage des ersten Workshops am 18. Januar liegt in der Philosophie der Divination. Das Wissen um die Wunden der Teilnehmenden ist wertvoll, Wünsche werden freigesetzt, es wird auf die augenöffnende Kraft der Fragen gebaut. In den folgenden zwei Wochen können die Teilnehmenden die gemeinsam entwickelte experimentelle Interaktion individuell erproben: als heilige Zeremonie und Beginn eines Austausches mit den lebendigen Dimensionen von Wind, Wasser, Träumen, Pflanzen, Tieren oder Bewegungsabläufen.

In einem zweiten Workshop am 1. Februar kommen die Teilnehmenden erneut digital zusammen, um Erfahrungen rund um das wiedergewonnene Wissen auszutauschen und so vielleicht aus einer individuellen Heilung eine gemeinsame Heilung entstehen zu lassen.
Die ersten beiden Teile des Workshops richten sich insbesondere an Menschen, die in kolonialen Bildungssystemen ausgebildet wurden. Der dritte Teil besteht in einer digitalen Zusammenkunft am 6. Februar, die für ein erweitertes Publikum geöffnet ist. Eine Anmeldung ist nötig. Die Teilnehmenden werden Zeug*innen einer Präsentation der Ergebnisse der zuvor durchgeführten Workshops. In der größeren Runde wird die Gruppe Erfahrungen zu ihrem wiederbelebten Wissen austauschen, so dass individuelle Heilung zu einer gemeinsamen Heilung werden könnte.

20.30h
Taalif, Tëgg ak N’guiss (Poesie, Ton und Bild)
Sound-Performance von Ibaaku

Die Kräfte des Wassers werden aufgrund ihrer zerstörerischen Energie, besonderen Schönheit, ewigen Vitalität und heilender Eigenschaften schon lange als göttliche Kräfte verehrt. In Dakar formten sich anzestrale spirituelle Traditionen einst rund um den Ozean. Ibaakus Sound-Performance schöpft aus den Quellen senegalesischer Wasserrituale. Er bringt Bildmaterial, Gedichte und Musik zusammen, um eine Verbindung zu dem Grundelement aufzubauen.

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