Fr, 05. Februar 2021

#Healing (Faju): Workshops

Tabita Rezaire | Dilo, 2017 | Courtesy of the artist und Goodman Gallery, Südafrika

Tabita Rezaire | Dilo, 2017 | Courtesy of the artist und Goodman Gallery, Südafrika

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Freitag 05.02.

16–18h, ausgebucht
Online-Workshop
Ancestral Altars
Mit Yayra Sumah

Ein Altar ist ein Zugang. Er ist schwarzes Loch und Wurmloch, Ort der Verbindungen und des Informationsaustausches sowie eine Begegnungsstätte der inneren und äußeren Dimensionen des Selbst. Das Teach-In greift auf spirituelle kongolesische Kulturen („Bukongo”) zurück und lädt die Teilnehmenden zum Anfangspunkt eines Altars ein. Am Altar lernen sie, mit den Toten zu sprechen und auf ihre Antworten zu hören: in den Gedanken, den Träumen und in allen Bereichen des Lebens. Am Altar werden die Teilnehmenden mit früheren Generationen in Kontakt treten, die noch heute die eigenen Körper prägen und mit allen Elementen der Erde in Verbindung stehen. „Bukongo” lehrt, dass im Zuge des divinatorischen Erkennens auch Verletzte unter den Vorfahren gefunden werden können, deren Zorn in den Lebenden Krankheiten ausgelöst hat. Werden die Vorfahren durch diesen Prozessgeheilt, dann nehmen auch sie sich der Heilung der Lebenden an. Anzestrale kongolesische Heilrituale kombinieren Farben, Geometrien und Gegenstände auf Altären, die dafür vorgesehen sind, die Vorfahren körperlicher Schmerzen und Traumata wiederzufinden, sie zu versorgen und wieder ziehen zu lassen.

18.30–21h, ausgebucht
Online-Workshop
Mending Broken World(s)*
Mit Mukhtara Yusuf

Traumata finden sich in der Psyche und in Nationen. Dabei werden Traumata auf vielfältige Arten innerhalb und außerhalb der Menschen transportiert. Trauma kann ein sprachloses Narrativ sein oder eine Zwiesprache, die sich durch Interaktionen im Körper entwickelt, aufbaut und verändert. Durch einen mitfühlenden Dialog und Kommunikation mit den entfremdeten inneren und äußeren Teilen des Selbst ist das Freilegen von unverletzten Teilen möglich. Womöglich zeigt sich dann, dass sich an dem Ort einer gespenstischen Wunde kein Geist befindet, sondern Vorfahren sichtbar werden, die in dieser Person leben.
Mit dem Workshop fragt Mukhtara Yusuf, wie das Ökosystem von kolonialen Verletzungen geheilt werden kann und Welten (wieder)aufgebaut werden können. Kann Schmerz bereits als Widerstand gegen Grenzen verstanden werden? Wie sehen die inneren Berechnungen von Trauma und Heilung aus? Die Teilnehmenden gehen diesen Fragen in multimedialen Präsentationen und Diskussionen nach. Yusuf tauscht sich mit ihnen darüber aus, wie sie das indigene und somatische Erbe des Yoruba-Wissens und der Yoruba-Theologie als Leitfaden für ihre persönliche und gemeinschaftliche Arbeit nutzt. Anstatt indigenes Wissen zu universalisieren, verfolgt sie dabei einen pluralistischen Ansatz und stellt Konzepte und Methoden vor, mit denen die Teilnehmenden ihre eigenen, kulturell relevanten und spezifischen Wege des Heilens verfolgen können. Personen, die sich als Yoruba verstehen und jene, die mit inneren Heilungsprozessen vertraut sind, sind besonders willkommen.
* In Anlehnung an Wande Abimbolas Ifa Will Mend Our Broken World

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