Sa, 31. Oktober 2020

On the Recuperative Mismanagement of a Cosmopolitan Fish

Mit Sarah Lewison, Swan Parsons, Florian Ruland, Andrew S. Yang, Moderation: Alexandra Toland

Zum Abschluss von The Shape of a Practice kommen die Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen mit Abstand am transatlantischen Küchentisch zusammen. Zubereitet und gereicht werden sogenannte “invasive Arten”, die in den USA und Deutschland leben. In Carbondale, Illinois werden Sarah Lewison, Künstlerin, und Swan Parsons, Geschichtenerzählerin und anerkannte Autorität auf dem Gebiet des “Soul Food”, ein Gericht mit Asiatischen Karpfen zubereiten, und dabei darüber sprechen, was es bedeutet, diesen Fisch in unsere Rezepte und Körper aufzunehmen. Das Verspeisen des Karpfens - der von Menschen im Mississippi River eingeführt wurde und sich dort mittlerweile weit verbreitet hat - gibt Anlass dazu, sich mit Fragen der Öko-Logik planetarischer Sorge zu beschäftigen und die buchstäbliche wie metaphorische Dekonstruktion und Rekonstruktion unserer Beziehung zu einer Umwelt in den Blick zu nehmen.

Das Menü wird erweitert von dem Künstler und Biologen Andrew Yang, der aus Chicago zugeschaltet wird, sowie dem Biologen Florian Ruland und der Künstlerin Alexandra Toland, die aus Berlin unter anderem den Louisianakrebs in den artenübergreifenden Eintopf werfen. Der Louisianakrebs lebt mittlerweile auch im Tiergarten, dem zentralsten und zugleich artenreichsten Park Berlins, und ist als “Eindringling” Teil eines Diskurses über biologische Invasivität, in dem sich bisweilen Spuren kolonialer Denkmuster wiederfinden. Die Anwesenheit des Louisianakrebses wirft die Frage auf, wie “invasive” Arten und ihre Rolle in lokalen Ökosystemen neue Vorstellungen von Verwandtschaft und Empathie ermöglichen können.