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Do, 04. Februar 2021 — Sa, 06. Februar 2021

#Healing

Mit Germaine Acogny, Ibaaku, Tabita Rezaire u. a.

Tabita Rezaire | Dilo, 2017 | Courtesy of the artist und Goodman Gallery, Südafrika

Tabita Rezaire | Dilo, 2017 | Courtesy of the artist und Goodman Gallery, Südafrika

Lücken, Löcher und Löschungen sind gespenstische Wunden in dem, was Geschichte ausmacht. Wie kann Reparatur – jenseits von materieller Entschädigung – im Kontext des Black Atlantic und der Geschichte Afrikas anerkennen, dass es keine vollständige Wiedergutmachung in Bezug auf vergangene und zukünftige Erinnerung, Beziehungen und Möglichkeiten gibt? Lässt sich die koloniale Wunde heilen? Und lässt sich heilen, was die Gesellschaft und das kollektive Bewusstsein heute umtreibt, indem fehlende Stimmen und verborgene Geschichten ans Licht geholt und andere Formen des Wissens, Seins und der Beziehung zurückgewonnen werden?

Diese Ausgabe der New Alphabet School widmet sich afrodiasporischen und folkloristischen Praktiken des Heilens, therapeutischen und schamanistischen Methoden der Gesundung und indigenen, dekolonialen und feministischen Techniken mit transformativem Potenzial. Welche Rolle können sie bei der Bewahrung des persönlichen und gesellschaftlichen Wohls innehaben? Vermittelt über Tanz, Klang, Oralität und rituelle Zeremonien richtet sich der Blick auf das Heilige, Spiritualität, Verbundenheit mit dem Land der Vorfahren, mit der Menschheit und mit nicht-menschlichen Elementen. „Healing“ (Heilen) meint einen Prozess der Reparatur traumatischer Beziehungen mithilfe nicht-westlicher Epistemologien und Weltbilder. Es geht darum, hegemoniale und westlich zentrierte Muster zu verlernen. Dazu gehören auch ausbeuterische Formen von Wissensaneignung. Diese Ausgabe lädt ein zu erkunden, ob so Potenzial zur Überwindung systemischer Unterdrückungssysteme besteht und die Gesellschaft von Kolonialismus, Kapitalismus, Patriarchat geheilt werden kann.

In Form einer dreitägigen Versammlung in Dakar bringt #Healing Heilende, Künstler*innen, Praktizierende und Forschende zusammen, um sich über Heilungstraditionen und -techniken auszutauschen, die in indigenen und überlieferten Wissenssystemen gründen. Online finden parallel Workshops und divinatorische Sitzungen mit Teilnehmer*innen der New Alphabet School statt. Mit der Choreografin und Tänzerin Germaine Acogny, den Künstler*innen Tabita Rezaire, Ami Weickaane und Ibaaku, Master of Ceremony der Thiant- und Griot-Traditionen u. a.

Konzipiert von Maya V. El Zanaty, Alessandra Pomarico, Yayra Sumah und Esther Poppe

In Zusammenarbeit mit RAW Material Company, École de Sables and Bibliothèque Terme Sud.