Sa, 30. November 2019 und So, 01. Dezember 2019

Bildungsschock

Lernen, Politik und Architektur in den globalen 1960er und 1970er Jahren

Erschienen in Architectural Forum, Dezember 1971 | Foto: Leon Kunstenaar

Erschienen in Architectural Forum, Dezember 1971 | Foto: Leon Kunstenaar

Wo entsteht Wissen? Wie wird Lernen sozialräumlich verteilt und getrennt? Warum ist ein Schulgebäude politisch? Diesen und verwandten Fragen widmet sich die Konferenz im Vorfeld der gleichnamigen, im September 2020 eröffnenden Ausstellung. Mit dem Publikum diskutieren internationale Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen die Raum- und Bildungspolitiken einer Epoche, die auch Ressourcen für die notwendige Erneuerung gegenwärtiger Schulen und Hochschulen birgt.

Die 1960er und 1970er Jahre erlebten eine historisch einmalige Expansion von Bildung im globalen Maßstab. Mit weitreichenden Reformen sollte auf demografische und ökonomische Entwicklungen im Umbruch von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft reagiert werden. Diese massive Ausdehnung des Bildungssektors rief radikalen Widerstand hervor. Während weltweit neue Schul-, Hochschul- und Forschungsbauten entstanden, wurden die „Lernfabriken“ – und mit ihnen die Kulturen und Institutionen von Erziehung, Architektur und Wissenschaft selbst – vehement in Frage gestellt.

In der Rückschau bieten die 1960er und 1970er Jahre das Bild eines konfliktreichen, aber ungemein produktiven Ineinanders von Innovationsdruck und Kritik, das sich in Theorie und Praxis der Bildung und ihrer Architekturen niederschlug. Es ist an der Zeit, sich mit diesen erstaunlich aktuell wirkenden Auseinandersetzungen um Raum, Lernen und Politik neu zu befassen.

Mit Elke Beyer, Catherine Burke, Evan Calder Williams, Dina Dorothea Falbe, Gregor Harbusch, Tom Holert, Monika Mattes, Oliver Sukrow, Mark Terkessidis, Ola Uduku, Sónia Vaz Borges, Francesco Zuddas

Kuratiert von Tom Holert