So, 12. Mai 2019

A New School

Die Konferenz A New School geht der Frage nach, ob Ansätze einer radikalen Kunstpädagogik des 20. Jahrhunderts wieder an Relevanz gewinnen und gegenwärtige gesellschaftspolitische Bedingungen eine radikale Reform der Kunst- und Gestaltungsausbildung erforderlich machen. Am ersten Tag untersuchen Panels pädagogische Konzepte sowie neue Lernorte und Schulen in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien, Nigeria, Ruanda und in den USA und fragen nach ihrer Bedeutung für die zeitgenössische Bildung. Am zweiten Tag nehmen drei Workshops die Ausbildung in zeitgenössischer Kunst und Design in den Blick, und stellen haptische, manuelle und praktische Prozesse in den Vordergrund, die - obwohl ebenso wichtig - oft von einem kognitiven Ansatz überschattet werden. Die Workshops untersuchen, welche Wege kollektiven Lernens und der Selbstorganisation im Zeitalter globaler Vernetzung bedeutsam sind und welche neuen Wissensformen und Handlungsweisen es braucht, um gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen.

Tag 1 | Tag 2

14-16h
Einführung
Marion von Osten und Grant Watson, Kurator*innen bauhaus imaginista

Workshop 1: Über das Körperwissen
Hosts: Yael Davids
Respondent: Regina Bittner, Leiterin Akademie, Stellvertretende Direktorin Bauhaus Dessau

Der Workshop diskutiert die Schriften der Bauhaus-Textilkünstlerin und Designerin Otti Berger, mit besonderem Fokus auf ihren Essay Stoffe im Raum. Berger thematisiert die Haltbarkeit von Textilien und reflektiert damit die Sinnlichkeit der Bindung, die Stoffe evozieren. Eine Kombination von Feldenkrais-Lektion mit einer Choreographie aus textilen Elementen leitet die Teilnehmer*innen des Workshops durch den Dialog zwischen Körper und Stoff.

Workshop 2: Vom Educational Turn zur institutionellen Analyse: Gestaltung eines Lehrplans für Kunstschulen
Host: Janna Graham, Susan Kelly
Respondent: Benjamin Meyer-Krahmer

Dieser Workshop setzt sich kritisch mit den Genealogien der radikalen Bildung auseinander, die in der jüngeren Vergangenheit mit dem sogenannten Educational Turn - seine Geschichten der emanzipatorischen Bildung; Kunst- und Theorieprogramme; arte útil, libertäre Bildung etc. - in der Kunstwelt aufgerufen wurden. Kann die Aktivierung dieser Narrative mit den neoliberalen Bedingungen in der Kunstschule der Gegenwart mithalten, in der radikale Lehrpläne vom radikalen Institutionenbau abgekoppelt wurden? Der Workshop stützt sich auf Geschichten und Praktiken der institutionellen Analyse in der radikalen Psychiatrie sowie auf aktuelle Fallstudien aus Universitäten in Großbritannien und andernorts, prüft die Möglichkeit neuer Protagonismen und entwickelt in einem gemeinschaftlichen Prozess einen neuen institutionellen Lehrplan.

Workshop 3: In institutionellen Leben
Hosts: Annette Krauss, Ferdiansyah Thajib
Respondent: Benjamin Foerster-Baldenius, raumlabor/ Floating University Berlin

Wie kann man gleichzeitig verschiedene institutionelle Leben führen? Dieser Workshop widmet sich der Erfahrung des Sich-Verortens in einem institutionellen Kontext, während man sich gleichzeitig in einem anderen, beispielsweise selbstorganisierten Kollektiv positioniert. Wo überschneiden sich diese verschiedenen Funktionen, wo befördern sie sich gegenseitig? Wie können sie Wege zur Wahrung, Subversion und Transformation eben dieser Institutionen eröffnen? Wie lassen sich die Grenzen zwischen der administrativen, strukturellen und institutionellen Praxis und den Praktiken des Lernens an Kunsthochschulen überwinden und neu gestalten?

16.30h
Wrap up
mit den Hosts, Respondents und Workshopteilnehmer*innen
Moderation: David Dibosa

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