Fr., 26. Juli 2019

Mario Lucio & Simentera, Lechuga Zafiro

Mario Lucio & Simentera | © Promo

Mario Lucio & Simentera | © Promo

Mit elektronischen Mitteln und akustischer Gitarre erweiterten Mario Lucio und seine Band Simentera in den 1990ern Musikformen wie die traditionelle kapverdische Morna, die brasilianisch, lateinamerikanisch und haitianisch inspirierte Coladeira oder den Sound der Funaná, die die Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Kolonie begleitete . Auch als Maler und Schriftsteller, Rechtsanwalt und Politiker aktiv, führte der Komponist so einen Paradigmenwechsel in der regionalen Musikszene herbei, der internationale Wellen schlug. Vor ihrer Auflösung im Jahr 2005 nahmen Simentera vier Alben auf und setzten sich auch abseits der Bühne für das lokale kulturelle Geschehen ein. Nachdem Lucio zuletzt als Solo-Künstler mit dem Album Funanight die transkontinentalen Verbindungslinien von Funaná nach Kuba und Haiti freilegte und die sozialpolitische Dimension des Genres erforschte, bietet Simenteras Rückkehr auf die Bühne nun die Gelegenheit für eine erneute Bestandsaufnahme.

Lechuga Zafiro | © Brian Ojeda

Lechuga Zafiro | © Brian Ojeda

Lechuga Zafiro

Unter dem Namen Lechuga Zafiro gelingt Pablo de Vargas das vermeintlich Unmögliche: Afro-uruguayische Candombe-Rhythmen lässt er auf experimentelle Kompositionstechniken und auf einen Clubsound treffen, der Kuduro- und Baile Funk-Elemente integriert. Seine zeitgenössische Candombe-Interpretation könnte futuristischer nicht klingen. Als Mitglied des renommierten NAAFI-Kollektivs, das mit seiner aufregenden Ästhetik die Diskussion um lateinamerikanische Musik maßgeblich vorangebracht hat, konnte de Vargas das Interesse von internationalen Größen wie dem DJ und Produzenten Matias Aguayo und seinem Label Cómeme wecken. Sein letztes Release für NAAFI, Testigo, übertrug Umweltgeräusche wie Wasserplätschern in harte Grooves, die typische Candombe-Elemente in ihre rhythmischen Einzelteile zerlegen.