Fr, 05. Juli 2019

Milton Nascimento präsentiert Clube da Esquina, Luedji Luna

Milton Nascimento | © Promo

Milton Nascimento | © Promo

Ohne Milton Nascimento klänge Brasilien heute anders. Im Post-Bossa-Nova-Zeitalter vereinte der Komponist die Música Popular Brasileira (MPB) mit anglo-amerikanischem Pop und Progressive Rock, Bossa Nova und Elementen aus der klassischen Musik. Über allem schwebt eine Stimme, so wandlungsfähig wie die Musik selbst: mal ätherisch hoch, mal tief und sonor. 1972 erschien das Doppelalbum Clube da Esquina, mit dem der „Straßeneckenclub“ um Nascimento und seinen Weggefährten Lô Borges eine Wende in der brasilianischen Musikgeschichte einläutete. Live präsentiert Nascimento das Album erstmals zusammen mit Songs von seinem 1978 erschienenen Nachfolger, Clube da Esquina 2 und wird einige der Stücke zum allerersten Mal vor Publikum spielen. „Ich möchte etwas auf die Bühne bringen, das die Leute zusammenbringt“, sagt er selbst über die späte Vereinigung beider Platten.

Luedji Luna | Foto: Helen Mozao

Luedji Luna | Foto: Helen Mozao

Luedji Luna

Bei Luedji „Luna“ Rita trifft der Sound der afrikanischen Diaspora auf Samba-de-Roda-Elemente, brasilianischen und kubanischen Jazz, aufbereitet mit akustischen Afoxé-Rhythmen und elektronischen Beigaben. Ihr Debütalbum Um corpo no Mundo ist, wie sie selbst sagt, „vom Heimweh der Vorfahren“ und persönlichen Erfahrungen geprägt, die sie aus rassismuskritischer und feministischer Perspektive bespricht. Denn in den scheinbar entspannt klingenden Songs geht es nicht selten um schier unauflösbare Spannungen der heutigen brasilianischen Gesellschaft, die Luedji Luna poetisch erkundet. Entwurzelung, migrantische Perspektiven, struktureller Rassismus und die Ermächtigung Schwarzer Frauen: So schwer ihre Themen auch wiegen mögen, so leicht findet das alles in der Musik Luedji Lunas zusammen.