Do, 30. August 2007

Julie Tolentino

sleep darling, i will be here when you wake | Part II: States to Permanent Sleep - 2007 Berlin: Pillow Piece

Der Rastlosigkeit der Geldströme in Manhattan setzt nomadic new york entschleunigte Zwischenräume entgegen: Performancekunst, die sich dem Spektakulären verweigert und die politisch ist, indem sie temporäre Kollektive bildet und Räume neu besetzt. Durch ihr nomadisches Kommen und Gehen erschließen die Performer New York und Berlin, ohne in festgefahrene Strukturen verharren zu wollen. In Berlin erzählen sie eine uns allen gemeinsame Geschichte vom Leben in globalen Metropolen.


Die Dauer der Zeit ist der Stoff, aus dem Tolentino ihre Performances und Soundscapes für nicht-theatrale Settings kreiert. In „sleep darling, i will be here when you wake“, das im Haus Premiere feiert, treten die Zuschauer bei Abenddämmerung in einen Raum ein, der mit Kissen, Klängen und in Echtzeit generierten Videobildern die Zeit zum Stillstand bringt: Dadurch kommen sie gemeinsam mit der Performerin in der Gegenwart an. „Sleep darling, i will be here when you wake“ ist eine Auftragsarbeit für das Haus der Kulturen der Welt.


In ihrer ersten Performance am Haus - "A True Story About Two People" - tanzt Julie Tolentino mit verbundenen Augen volle 24 Stunden in einem kleinen gläsernen Ballroom zu 70er-Jahre-Schwofmusik. In dieser Nähe entwickelt sie sich, die "wahre Geschichte über zwei Menschen". Die Dauer der Zeit ist der Stoff, aus dem Tolentino ihre Performances und Soundscapes für nicht-theatrale Settings kreiert.


Die Choreografin der New Yorker Down-Town-Szene lädt immer wieder zur Teilnahme in One-to-one-Situationen ein, sie sammelt Augenblicke und teilt sie mit dem Zuschauer. Auch als AIDS-Aktivistin hat die Choreografin mit philippinisch-salvadorianischen Wurzeln sich einen Namen gemacht. In den 1980er Jahren gründete sie den Clit Club, einen der legendären Hotspots der Lesbenszene New Yorks.


Kuratiert von André Lepecki, New York University