Sa, 23. März 2019

Life and Death in the Universal Library

mit Jace Clayton

Jace Clayton | Foto: Max Lakner

Jace Clayton | Foto: Max Lakner

Ein Rapper im Gefängnis muss dabei zusehen, wie seine Alben nach und nach von Streamingdiensten gelöscht werden, weil er sich nicht gegen Copyright-Ansprüche zur Wehr setzen kann. Ein Komponist gewinnt an Popularität, weil seine Sample-lastigen Werke wiederveröffentlicht werden – und er in der Lage ist, dieselben Copyright-schnüffelnden Algorithmen erfolgreich zu umgehen. Eine Kirche verbietet die Abschrift ihrer heiligen Musik, während Fans die Exkommunikation riskieren, indem sie illegale Partituren erstellen. Anhand dieser und anderer realer Beispiele betrachtet Clayton das Archiv als einen Ort des Opferns – mit der Musik als Schlachtmesser. Eine Kombination von rechtlichen Belangen, sozialer Macht, technologischen Beschränkungen und der Lust am Klang fordert die Frage heraus, wie darüber bestimmt wird was – und wer – es wert ist, bewahrt zu werden.

Jace Clayton lebt als Künstler und Autor in Manhattan,er ist auch bekannt für seine Arbeit als DJ/rupture. Mit einem interdisziplinären Ansatz erkundet Clayton, wie Sound, Gedächtnis und öffentlicher Raum miteinander interagieren. Dabei konzentriert er sich insbesondere auf einkommensschwache Communities und den Globalen Süden. Sein Buch Uproot: Travels in 21st Century Music and Digital Culture erschien 2016. Zu seinen jüngsten Projekten zählen Sufi Plug Ins, eine kostenlose Musiksoftware-als-Kunst, die auf nichtwestlichen Ideen von Sound und alternativen Interfaces basiert, sowie The Julius Eastman Memorial Dinner, ein tourendes Performance-Stück für Flügel, Elektronik und Stimme.