Sa, 23. März 2019

Dur-Dur Band International, DJ /rupture

Dur-Dur Band International | Foto: Danish Saroee, saroee.com

Dur-Dur Band International | Foto: Danish Saroee, saroee.com

20h Dur-Dur Band International | Konzert, Auditorium
22h DJ /rupture (Jace Clayton) | DJ-Set, Hirschfeld Bar

Dur-Dur Band International

In den Tanzlokalen von Mogadischu, der Hafen- und Hauptstadt Somalias, pulsierte in den 1970er und 80er Jahren eine facettenreiche Musikszene. Gruppen wie die Dur-Dur Band vermischten Einflüsse aus den Regionen rund um den Indischen Ozean mit prä-kolonialen Musikpraktiken und US-amerikanischem Pop. Doch der Bürgerkrieg machte dem kulturellen Leben ein Ende; die meisten Kreativen flohen ins Exil. Heute zeugen nur noch die über die Kriegsjahre und das Musikverbot hinweg geretteten Tonbänder der Radioarchive in Mogadischu und Hargeysa von diesem reichen musikalischen Erbe. Kompilationen wie die Grammy-nominierte Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes from the Horn of Africa exportieren die Hits der Dur-Dur Band und anderer aus den Archiven in die Welt. Die Supergroup Dur-Dur Band International versammelt die heute in der Diaspora verstreuten Musiker*innen und einige der größten Stimmen aus Somalias goldener Ära, um diesen Geist wiederaufzuleben zu lassen.

DJ /rupture

Ob als Künstler, Autor oder DJ – Jace Claytons Interesse gilt dem Zusammenwirken von Sound, Gedächtnis und öffentlichen Raum. In seinen Sets als DJ /rupture verstrickt er jamaikanischen Dub und japanischen Noise, Süd-Londoner Jungle oder Elektro aus Kairo ineinander. Seitdem sein erster digitaler Mix Gold Teeth Thief 2001 viral ging, hat Clayton mehrere Alben veröffentlicht, die wöchentliche Radioshow Mudd Up! moderiert, mit Sufi Plug-Ins eine auf nordafrikanischen Viertelton-Skalen basierende Musiksoftware entwickelt und – von Zagreb über Osaka, von Dubai bis São Paulo – Clubs in mehr als drei Dutzend Ländern bespielt. Die DJ-Reisen und Claytons Neugier für global zirkulierende, lokal spezifizierte DIY- und Pop-Kulturen bilden die Basis seiner von der Kritik gefeierten Essaysammlung Uproot: Travels in 21s-Century Music and Digital Culture (2016).