Do, 08. November 2018

Die Angst vor dem Geräusch - Zum Verhältnis von Musik und Geräusch im radiophonen Komponieren der Weimarer Republik

Mit Camilla Bork

Als 1927 die Nordische Rundfunk AG die erste Geräuschorgel im Funk vorstellte, gab es großes Aufsehen. Die neue Maschine, berichtet der Intendant Bodenstedt stolz, sei in der Lage, „die kompliziertesten Geräusche orgelhaft mit Registern jeder erforderlichen Stärke hervorzubringen“. Bequem ließen sich nun Geräusche rhythmisieren und musikalisieren. Dieses Instrument steht stellvertretend für zahlreiche Versuche im Kontext der Radiokultur der Weimarer Republik, das Verhältnis von Geräusch und Musik neu zu bestimmen. Camilla Bork zeichnet verschiedene Ansätze nach und untersucht das Komponieren mit Geräuschen vor allem im Hinblick auf Walter Gronostays musikalisches Hörspiel Mord (1929).