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So, 21. Oktober 2018

Copyleft or Copywrong? Part 2

Lionel Bentley, Jace Clayton, Tonya Evans, Geraldine Juárez, Eberhard Ortland, Marisella Ouma

16h: Challenged by Sampling. Concepts and Ethics of Quotation
Lionel Bentley (Jurist, University of Cambridge, Ko-Direktor von CIPIL), Tonya Evans (Juristin, University of New Hampshire; Performance-Dichterin), Eberhard Ortland (Philosoph, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
moderiert von Heiko Hoffmann (Musikexperte, Beatport)

Seit über 20 Jahren streiten sich Kraftwerk und Hiphop-Produzent Moses Pelham über ein Sample – mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof. Pelhams unlizensierte Verwendung von zwei Takten aus Kraftwerks Metall auf Metall (1977) in Sabrina Setlurs Stück Nur Mir (1997) ist zum Präzedenzfall für die Frage der Zulässigkeit von Sampling geworden. Zur Debatte stehen die Reichweite von Leistungsschutzrechten und ihr Verhältnis zur urheberrechtlichen Zitatschranke sowie zur Kunstfreiheit im Allgemeinen und Forderungen nach einem „Recht auf Remix“. Sollten auch kleinste Tonfetzen den Rechteinhabern verwendeter Aufnahmen gehören? Wieviel Mitsprache sollten Urheber*innen haben, um sich gegen Missbrauch und Rufausbeutung zu schützen? Erfunden im Hip-Hop, ist das Zitieren und Entleihen von Sounds heute eine der gängigsten Praxen im Pop. Wie beeinträchtigen Rechtsurteile die Qualität und Innovationskraft von Musik?

17.30h: Music Travels: Copy Cultures in the Global Mediascape
Jace Clayton (Autor, Künstler, DJ), Marisella Ouma (Anwältin für geistiges Eigentumsrecht; Generalstaatsanwaltschaft und Justizministerium Kenia), Geraldine Juárez (Künstlerin)
moderiert von Heiko Hoffmann (Musikexperte, Beatport)

Von Mixtapes und CDs zu mp3s, torrents und USB-Sticks, vom Kassettenrekorder zum Mobiltelefon, vom Kopieren zum Streamen: Musik zirkuliert in verschiedenen Formaten, aufhalten lässt sie sich nicht. Mit globaler Ausweitung von geistigen Eigentumsrechten haben sich auch die Methoden, diese zu umgehen und zu unterlaufen, vervielfacht – Copyright und Piraterie sind untrennbare Partner. Auf informellen Märkten und in lokalen DIY-Strukturen bilden sich eigene Kopierethiken aus, neue Produktions- und Distributionsmodelle werden an den globalen Peripherien entwickelt. Je nach Standpunkt in der postkolonialen Moderne bedeuten Kopiertechnologien Verheißung, Aufbegehren oder Bedrohung. Welche musikalischen Innovationen, welche neuen Mediengeografien entstehen dabei? Was regelt heute den Zugang zu Kultur – Rechtsrahmen, der Handel mit Raubkopien oder schlicht günstiges Internet?