Fr, 19. Oktober 2018

Sister Nancy, Ekki Maas präsentiert General Salty and his Original Rubber Band, Mark Ernestus & Tikiman, DJ Ripley

Sister Nancy | Foto: Campagnie Valentin Photographie

Sister Nancy | Foto: Campagnie Valentin Photographie

20h: Ekki Maas präsentiert General Salty and his Original Rubber Band | Auditorium
21h: Mark Ernestus & Tikiman | Hirschfeld Bar
22.30h: Sister Nancy feat. Legal Shot | Hirschfeld Bar
23.30h: DJ Ripley | Hirschfeld Bar

Ekki Maas präsentiert
General Salty and his Original Rubber Band

Die Kunst, nur gerade so an der urheberrechtlichen Relevanz vorbei zu schrammen: Ein Soundalike ist ein nachkomponiertes Stück, das so ähnlich klingt wie ein berühmtes Original. Das Prinizip wurde in der Werbeindustrie erfunden, um horrende Zahlungen für die Verwendung von Musik zu vermeiden. Ekki Maas weitet es auf Albumlänge aus: Für 100 Jahre Copyright hat der Erdmöbel-Produzent und Multiinstrumentalist eine klangliche Analogie zum Beatles-Meilenstein-Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band erarbeitet – ohne es nachzuspielen oder die Originalkomposition zu bearbeiten. Dabei übernimmt er die Idee einer fiktionalen Band als Alter Ego, wie bereits im Original angelegt: Als General Salty and his Original Rubber Band spielen Maas und Kollegen Titel wie Lucifer in Scarlet Disguise, Ugly Peter und Ninety Five. Eine Premiere ungehörter Musik, die allzu vertraut klingt und dennoch signifikant anders – eine Imitation bis an die Grenzen urheberrechtlicher Freiheit.

Mark Ernestus & Tikiman

Mehrere Legenden hat der Berliner Dub-Techno-Pionier Mark Ernestus begründet, von der Schöneberger Kneipe Kumpelnest 3000 (als Abschlussarbeit seines Kunststudiums) über den für die internationale Clubszene tonangebenden Plattenladen Hard Wax bis zu zahlreichen Projekten, die er mit dem Musiker Moritz von Oswald betrieb. Heute mit der Band Ndagga Rhythm Force und senegalesischem Mbalax-Sound aktiv, begann Ernestus’ Rhythmusforschung mit den Labels Basic Channel, das wegweisend für den Berliner Techno der 1990er war, und Rhythm & Sound, das den Dub in die deutsche elektronische Musik brachte. Stets maßgeblich beteiligt war Paul St. Hilaire alias Tikiman – Sänger, Gitarrist und Kollaborateur in zahlreichen Reggae- und Elektronik-Projekten seit Mitte der 1990er und bis heute regelmäßiger Bühnenpartner von Ernestus. Gemeinsam führen sie in die Repetitions- und Variationskunst der Dub-Versions ein.

Sister Nancy feat. Legal Shot

Tantiemen sei Dank: Die erste weibliche Dancehall-Deejay ist zurück! Als die Sängerin Sister Nancy 2014 erfuhr, dass ihr Megahit Bam Bam nun sogar für den Werbespot einer millionenschweren Turnschuhmarke verwendet wurde, suchte sie sich einen Anwalt und beanspruchte endlich ihre Rechte an dem Stück. Den Gesangspart nahm sie 1982 für ihr Debütalbum mit dem Produzenten Winston Riley auf, darunter liegt der populäre Riddim des Songs Stalag 17. Heute ist das Ergebnis dieser Verbindung einer der meistgesampelten Refrains aller Zeiten. Von Main Source über Lauryn Hill bis Kanye West, überall im Hiphop taucht Sister Nancys Stimme auf. 32 Jahre lang war sie nicht an den Einnahmen der Reggae-Hymne beteiligt gewesen. Nun wurde sie wenigstens für das letzte Jahrzehnt kompensiert und erhielt 50 Prozent Beteiligung, sie kündigte ihre Anstellung bei einer Bank – und kehrte zurück auf die Bühne.

DJ Ripley

Aktivismus auf dem Dancefloor: DJ Ripley aka Larisa Kingston Mann zelebriert diasporische Sounds und die Geschichten, die sie erzählen; Erfahrungen von Differenz als Quelle von Vergnügen; Musik, die Grenzen überschreitet und Grenzen definiert. Sie ist Teil des multidisziplinären DJ- und Produzent*innenkollektivs Dutty Artz, das seit 2008 die Standards und Normen der Kreativindustrie hinterfragt und auf lokale Communities setzt. Von Jungle und Grime über Dembow, Kuduro oder Gqom bis Chacago Juke und Footwork fokussiert ihr Set auf dunkle, schwere Bässe quer durch das Netzwerk des Black Atlantics.